Seit Beginn des neuen Schuljahrs haben im Kanton St. Gallen bei 116 Klassen Ausbruchstestungen wegen Corona-Fällen stattgefunden. Nicht selten hatten Ferienrückkehrer das Virus in die Schulen gebracht. Die Regierung sieht derzeit keinen Anlass, die Teststrategie zu ändern.
Coronavirus - Italien
Medizinisches Personal wartet in der Turnhalle einer Schule, die in eine Test-Station umgewandelt wurde, auf Bürger, die sich auf Corona testen lassen wollen. In der norditalienischen Provinz Südtirol ist die Beteiligung der Bürger am freiwilligen Corona-Massentest gross. 20.11.2020, Italien, Bozen - dpa

Gab es in einer Klasse innert zehn Tagen zwei oder mehr positive Corona-Tests von Schülerinnen und Schülern, ordnete das Kantonsarztamt «je nach Situation» Ausbruchstestungen an, wie die Regierung in ihrer Antwort auf eine dringliche Interpellation im Kantonsrat schreibt. Die Tests sind freiwillig.

Am meisten Ausbruchstestungen fanden in der dritten und vierten Woche des neuen Schuljahrs statt. Bis zum Erhalt der Testresultate galten für die betroffenen Klassen «altersabhängig Auflagen (z.B. Quarantäne)», wie die Regierung ausführt. Die Schulleitungen hätten die Überbrückung dieser Zeit «pragmatisch gehandhabt».

Ziel sei eine möglichst geringe Beeinträchtigung des Schulalltags für die Schülerinnen und Schüler. Zurzeit hat die Regierung angesichts der aktuellen Entwicklung der Pandemie nicht die Absicht, von Ausbruchstestungen zu repetitiven Testungen an den Schulen zu wechseln. Die Strategie für die Zeit nach den Herbstferien werde «zeitnah kommuniziert».

Die Erfahrungen aus dem Winter 2020/2021 hätten gezeigt, dass an den Schulen die Kombination aus Maskenpflicht und Ausbruchstestungen sinnvoll und erfolgreich gewesen sei, um Corona-Übertragungsketten zu unterbrechen. Das repetitive Testen an Schulen, wie beispielsweise im Kanton Graubünden, betrachtet die St. Galler Regierung als nicht verhältnismässig.

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