Das CO2-Gesetz verteuere Produkte im Detailhandel, glauben Gegner der Vorlage. Unternehmen und Konsumentenschützer widersprechen.
CO2-Gesetz
Noch können die Detailhändler die Nachfrage abdecken. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem CO2-Gesetz sollen Abgaben für fossile Brennstoffe erhöht werden.
  • Treibstoff und Heizkosten machen einen geringen Anteil der Kosten der Detailhändler aus.

Mit dem neuen CO2-Gesetz sollen Abgaben auf Benzin, Diesel und Heizöl erhöht werden. Das führe zu einer Verteuerung von Produkten im Detailhandel, befürchten die Gegner der Vorlage. Grund: Höhere Betriebskosten.

Nau.ch hat mit den grossen Playern im Detailhandel gesprochen. Aldi will sich nicht auf die Äste lassen. Man könne derzeit keine Aussage machen, erklärt eine Sprecherin. Auch Lidl äussert sich nicht dazu.

CO2-Gesetz
So argumentiert die Erdöl-Lobby. - Vernuenftig-bleiben.ch

Coop, Migros und Denner verweisen an die IG Detailhandel, welche die Konzerne vertritt. Die Lobby-Organisation der Grossverteiler unterstützt das CO2-Gesetz.

Kein Preisaufschlag wegen CO2-Gesetz

«Wir gehen nicht davon aus, dass sich die Lebensmittelpreise bei einer Annahme des CO2-Gesetzes erhöhen», sagt Sprecherin Nora Egli. Wie sich die Endkundenpreise zusammenstellen und wie viel Gewicht Treibstoff- und Heizkosten darauf haben, will sie hingegen nicht sagen.

Einen Anhaltspunkt liefert eine Studie von BAK Basel, welche vor vier Jahren die Swiss Retail Federation in Auftrag gegeben hat. Demnach machen Energiekosten 1,9 Prozent und Verkehrskosten 2,1 Prozent der sogenannten Vorleistungskosten im Detailhandel aus. Ein Löwen-Anteil (40 Prozent) sind hingegen Miet- oder Baukosten.

Sara Stalder
Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. - Keystone

Nicht nur die grossen Detailhändler, auch die Stiftung für Konsumentenschutz unterstützt das CO2-Gesetz. Geschäftsleiterin Sara Stalder glaubt nicht, dass durch die Vorlage Lebensmittel teurer würden. «Das ist typische, populistische Angstmacherei der Erdöl-Lobby.»

Treibhaus fossil geheizt

Stalder argumentiert, dass Transportkosten für inländische Lebensmittel vernachlässigbar seinen. Stärker ins Gewicht fallen Heizkosten für Treibhäuser, wenn etwa Gemüse aussersaisonal im Inland produziert würde. Denn in der Regel seien die Gewächshäuser fossil beheizt.

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«Bei allfälliger Verteuerung der Produkte aus beheizten Treibhäusern wäre es möglich, auf Sonnenenergie zu wechseln», sagt Stalder. Das sei mittelfristig sowieso viel günstiger. Alternativ könne der Detailhändler auf ausländische Produkte ausweichen.

Das wäre bereits heute besser für das Klima: Eine sonnengereifte Tomate aus Spanien, die im Winter bei uns verkauft wird, verursacht gemäss WWF rund 0,5 Kilo CO2. Tomaten aus einem fossil beheizten Schweizer Gewächshaus, die aktuell in den Regalen sind, rund zehnmal mehr.

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