Laut der Welthandelsorganisation erholt sich der weltweite Warenhandel nach dem Corona-Einbruch. Dieser übertrifft sogar das vor der Pandemie erreichte Niveau.
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Mitarbeitende in einem Gebäude der Welthandelsorganisation (WTO). - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der weltweite Warenhandel ist momentan auf einem Höchstwert.
  • Die WTO erwartete 2021 ein Wachstum von 8 Prozent, nun mussten sie die Schätzung anpassen.

Nachdem der weltweite Warenhandel aufgrund der Corona-Pandemie eingebrochen ist, hat dieser laut Welthandelsorganisation (WTO) erneut Höchstmarken erreicht. Die WTO berichtete demnach, dass der Welthandel im ersten Halbjahr 2021 das vor der Pandemie erreichte Niveau gar übertroffen habe.

Welthandelsorganisation passt Prognosen an

Die WTO passte in der Folge ihre Welthandelsprognosen für 2021 und 2022 nach oben an. In einzelnen Bereichen könnten etwa der Engpass bei Halbleitern oder Rückstaus in Häfen die Produktion beeinflussen. Dies werde auf den Trend nach oben kaum Einfluss haben.

Fast drei Prozent mehr Wachstum als erwartet

Die Welthandelsorganisation schätzt nun, dass das Handelsvolumen im Gesamtjahr 2021 um 10,8 Prozent wächst. Im März war sie noch von plus 8 Prozent im Jahresvergleich ausgegangen. Für das kommende Jahr geht die WTO von plus 4,7 Prozent aus. Im Corona-Jahr 2020 war der weltweite Warenhandel noch um 5,3 Prozent geschrumpft.

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Die WTO schätzt, dass das Handelsvolumen im Gesamtjahr 2021 um 10,8 Prozent wächst. Foto: Markus Scholz/dpa - dpa-infocom GmbH

Der Handel mit Dienstleistungen liegt nach WTO-Angaben aber noch weit unter dem Niveau von vor der Pandemie. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr voraussichtlich um 5,3 (Prognose März: 5,1) Prozent wachsen, im kommenden Jahr um 4,1 (3,8) Prozent.

Handelswachstum ungleich verteilt

Das Handelswachstum sei aber sehr ungleich verteilt, so die WTO. Beim Exportwachstum hinkten der Nahe Osten, Südamerika und Afrika hinterher. Beim Importwachstum sind es der Nahe Osten, die Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Afrika. Risiken seien neben dem Halbleiterengpass und den Staus in Häfen die hohen Transportkosten.

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Chefin der Welthandelsorganisation Ngozi Okonjo-Iweala in Genf. - Keystone

Das grösste Risiko bleibe aber die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie, so die WTO. Je länger viele Länder noch keinen Impfstoff haben, desto grösser sei die Gefahr, dass sich gefährliche Virusvarianten entwickelten. Dies sagte WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala.

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