Auf Twitter werden zahlreiche Videos zum Ukraine-Krieg geteilt. Daraufhin wurden aber mehrere Konten gesperrt – womöglich wegen russischen Bots?
ARCHIV - Die Twitter-App wird auf einem Smartphone dargestellt. Twitter hat die Accounts von ehemaligen Farc-Kommandeuren gesperrt. Foto: Matt Rourke/AP/dpa
ARCHIV - Die Twitter-App wird auf einem Smartphone dargestellt. Twitter hat die Accounts von ehemaligen Farc-Kommandeuren gesperrt. Foto: Matt Rourke/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Matt Rourke

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Twitter-Accounts teilen Videos von russischen Truppenbewegungen.
  • Nun hat die Social-Media-Plattform aber mehrere dieser Nutzer gesperrt.
  • Es handle sich um einen «menschlichen Fehler» nicht russische Bots, heisst es bei Twitter.

Twitter hat laut eigenen Angaben einige Konten, die über russische Militärbewegungen berichten, «versehentlich» gesperrt. Forscher, die Twitter-Videos zu russischen Truppen geteilt hatten, hatten stundenlang keinen Zugriff auf ihre Accounts.

Das soziale Netzwerk beobachte «aufkommende Geschichten, die gegen unsere Regeln verstossen» genau und habe in diesem Fall «versehentlich Massnahmen ergriffen». Dies sagte ein Twitter-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch.

«Menschliche Fehler» als Ursache

Zuvor hatte ein hochrangiger Twittervertreter Fehler bei der Arbeit des Konzerns gegen Desinformation zugegeben. Eine «kleine Anzahl menschlicher Fehler im Rahmen unserer Arbeit, proaktiv gegen Medienmanipulation vorzugehen, hat zu diesen falschen Massnahmen geführt», erklärte Yoel Roth, der für die Integrität der Plattform zuständig ist, auf seinem eigenen Twitter-Account. Die Plattform habe damit begonnen, die Konten wiederherzustellen.

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Es hatte Vermutungen gegeben, dass die Sperrungen auf eine koordinierte Kampagne von Computerprogrammen – sogenannten Bots – im Auftrag Russlands zurückgehe. Der Unternehmenssprecher bestritt jedoch, dass die Sperrungen «aufgrund von Massenmeldungen» ergriffen worden seien.

EU vermutet russischen «Desinformationskrieg»

Im Zuge des Ukraine-Kriegs wird Russland seit langem beschuldigt, Falschinformationen im Netz zu verbreiten, um Verwirrung zu stiften und einen Vorwand für den Einmarsch in der Ukraine zu fabrizieren.

Die EU hatte am Mittwochabend die Chefin des staatlichen Fernsehsenders Russia Today, Margarita Simonjan, und die Sprecherin des Aussenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, wegen ihrer Beteiligung an einem «Desinformationskrieg» im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sanktioniert.

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