Schweizer Technologie: KI soll Ärzte bei Diagnosen unterstützen

Swiss Engineering
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Lausanne,

Mit «MeditronFO» können KI-Sprachmodelle für den Einsatz in der Medizin trainiert werden.

Schweizer Technologie
Transparenz ist Grundvoraussetzung für den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Medizin (Symbolbild). - Shutterstock

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EPFL entwickelt eine offene KI-Plattform für medizinische Anwendungen.
  • Ziel sind nachvollziehbare und überprüfbare KI-Empfehlungen für Ärzte.
  • Das Schweizer Sprachmodell Apertus erzielte dabei besonders gute Resultate.

Künstliche Intelligenz hält Einzug in Arztpraxen und Notaufnahmen. KI-Systeme helfen bereits heute bei Diagnosen und medizinischen Entscheidungen. Doch die meisten Systeme sind eine Blackbox: Man weiss nicht, wie sie trainiert wurden oder warum sie zu einem bestimmten Ergebnis kommen.

Forscherinnen und Forscher der EPFL in Lausanne wollen das ändern. Mit ihrer Plattform namens MeditronFO können allgemeine Sprachmodelle – also KI-Systeme, die Text verstehen und erzeugen – auf Medizin spezialisiert werden. Der entscheidende Unterschied: Alles ist einsehbar. Trainingsdaten, Methoden, Programmcode – nichts bleibt verborgen.

Schweizer KI überzeugt in Tests

Besonders gut abgeschnitten hat dabei das Schweizer Sprachmodell Apertus. In der medizinischen Variante, die mit MeditronFO trainiert wurde, löste es medizinische Prüfungsfragen um 6,6 Prozentpunkte besser als das Ausgangsmodell. Das klingt wenig – ist aber in der Welt der KI ein bedeutender Fortschritt.

«Niemand würde einem Arzt vertrauen, dessen Ausbildung nicht überprüfbar ist. Dasselbe sollte für KI im Gesundheitswesen gelten», sagt Xavier Theimer-Lienhard, der das Projekt an der EPFL leitet.

Ärzte reden mit

Entwickelt wurde MeditronFO nicht im stillen Kämmerlein. Ärztinnen und Ärzte waren von Anfang an eingebunden. Über eine Online-Plattform können sie laufend Rückmeldungen geben und die KI mitbewerten. Das soll sicherstellen, dass die Systeme im Alltag tatsächlich funktionieren – und nicht nur im Labor.

Als nächsten Schritt plant das Team klinische Studien in mehreren Ländern – von der Schweiz bis Tansania. Dabei soll untersucht werden, ob KI-Empfehlungen die Behandlung wirklich verbessern und ob unnötige Eingriffe reduziert werden können.

EPFL-Professorin Mary-Anne Hartley bringt es auf den Punkt: «Die Frage ist nicht, ob KI Teil des Gesundheitswesens wird – sie ist es bereits. Die entscheidende Frage ist, welches KI-Ökosystem wir aufbauen wollen.»

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