Der Mond schiebt sich vor die Sonne
Heute Mittwoch gibt es in der Schweiz und Europa die grösste Sonnenfinsternis seit 1999. Das Spektakel beginnt gegen 19.25 Uhr. Das Neuste im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze
- Heute Abend erwartet die Schweiz ein seltenes Himmelsspektakel.
- Die grösste Sonnenfinsternis seit 1999 steht bevor.
- Je nach Standort verdeckt der Mond dabei 91 bis 93 Prozent der Sonne.
- Ihren Höhepunkt erreicht die Finsternis kurz vor Sonnenuntergang.
In der Schweiz beginnt sich der Mond gegen 19.25 Uhr vor die Sonne zu schieben. Rund eine Stunde später erreicht die partielle Sonnenfinsternis ihren Höhepunkt. Dann sind je nach Standort rund 91 bis 93 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt – übrig bleibt nur noch eine schmale Sonnensichel. Danach bleibt die Sonne noch teilweise verfinstert, bevor sie untergeht.
Schutzbrillen heiss begehrt
Wie gross das Interesse ist, zeigte sich bereits in den Tagen davor. Wer das Spektakel beobachten will, braucht eine zertifizierte Sonnenfinsternisbrille – normale Sonnenbrillen schützen die Augen nicht ausreichend.
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Vor Fachgeschäften, die solche Brillen vorrätig hatten, bildeten sich riesige Schlangen. So standen etwa in Bern mehrere hundert Leute vor dem Fotoladen Zumstein, um eine der begehrten Brillen zu ergattern, wie Nau.ch berichtete.
Eine totale Sonnenfinsternis ist heute Abend in Teilen Spaniens und in Island zu beobachten. Alle wichtigen Informationen dazu findest du hier im Ticker.
Ticker
Auf der Kirchenfeldbrücke in Bern haben sich ebenfalls zahlreiche Menschen versammelt. Von hier aus haben sie einen guten Blick auf die Sonne.
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Noch gedrängter ist es im Rosengarten in Bern, von wo aus Hunderte Menschen die Sonnenfinsternis verfolgen.

Jetzt geht es los: Der Mond beginnt, sich vor die Sonne zu schieben. Deshalb: Brillen auf und in den Himmel schauen.

Ganz wichtig: Nicht in die Sonne schauen. Nur mit den speziellen Brillen kann die Sonnenfinsternis betrachtet werden, ohne langfristige Schäden zu verhindern.

Auf dem Zürichberg greifen Sandra und Benji zu selbstgebastelten Konstrukten.

Alles ist bereit für die Sonnenfinsternis. Viele Zürcher haben sich auf der Polyterrasse versammelt, um einen möglichst guten Blick auf das Spektakel zu erhalten.

Um 19.25 Uhr geht es in der Schweiz los: Der Mond schiebt sich vor die Sonne. Um circa 20 Uhr wird dann der Höhepunkt erreicht.
Der Spezialjet N926NA ist derzeit auf Flightradar rund um die isländische Stadt Reykjavík zu sehen.
Doch hinter dem auffälligen Flug steckt mehr als ein gewöhnlicher Überführungsflug: Die Maschine ist Teil der «Eclipse-Mission» der NASA.

Von Keflavík aus fliegt der speziell ausgerüstete Forschungsjet der totalen Sonnenfinsternis entgegen. In rund 15 Kilometern Höhe sollen hochauflösende Aufnahmen der Finsternis und der spektakulären Sonnenkorona entstehen.
So wollen die NASA-Forscher das seltene Himmelsschauspiel aus einer Perspektive dokumentieren, die vom Boden aus nicht möglich ist.
Die Sonnenfinsternis hat ihren Lauf über die Erde begonnen. Um 17.34 Uhr Schweizer Zeit begann die Verfinsterung vor der Westküste Alaskas.
Von dort zieht die Finsternis weiter über den Nordatlantik in Richtung Europa.

Besonders spektakulär wird das Ereignis dort, wo der Mond die Sonne vollständig verdeckt. Die Zone der totalen Sonnenfinsternis zieht unter anderem über Grönland, Island und die Iberische Halbinsel. Dort wird der Himmel für einige Minuten deutlich dunkler, während rund um die schwarze Mondscheibe die Sonnenkorona sichtbar wird.
In grossen Teilen Europas wird die Sonnenfinsternis dagegen nur partiell zu sehen sein. Zwar schiebt sich auch in der Schweiz der Mond am Abend vor die Sonne. Aber diese wird dort je nach Standort nur bis zu etwa 91 bis 93 Prozent vom Mond bedeckt.
So gefährlich kann eine Sonnenfinsternis sein!
In einem Social-Media-Video berichtet ein Mann eindringlich von seinen Erfahrungen: Er habe während einer Sonnenfinsternis direkt in die Sonne geschaut – und sei anschliessend vorübergehend blind gewesen.

Das Beispiel zeigt, wie gefährlich der direkte Blick in die Sonne sein kann. Auch wenn sie während einer Finsternis weniger hell erscheint, können die noch sichtbaren Sonnenstrahlen die Netzhaut schädigen.
Die Folgen können zunächst unbemerkt bleiben und später unter anderem verschwommenes oder verzerrtes Sehen, blinde Flecken oder eine eingeschränkte Sehschärfe verursachen. Bei manchen bessern sich die Beschwerden, bei anderen bleiben sie dauerhaft.
Deshalb gilt: Niemals ungeschützt in die Sonne schauen – eine normale Sonnenbrille reicht nicht aus. Für die Beobachtung sind zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen oder geeignete Sonnenfilter notwendig.
Auch in Deutschland kommt es heute Abend zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Die Verdunkelung vor Sonnenuntergang hat zur Folge, dass die Strompreise im betroffenen Zeitrahmen explodieren.
Die schon am Dienstag festgelegten «Day-Ahead-Preise» zeigten deutliche Sprünge, berichtet «Focus» unter Berufung auf den Energiemarktdienst Montel.
Solaranlagen produzieren heute weniger
Wieso? Der aus Solaranlagen produzierte Strom wird während der Verdunkelung weniger. Bei klarem Himmel könne der Rückgang laut Montiel ein bis zwei Gigawatt betragen.
In konkreten Zahlen heisst das: Der «Day-Ahead-Preis» liegt zwischen 19 und 20 Uhr bei 300 Euro (281 Franken) pro Megawattstunde und damit rund 122 Euro (114 Franken) über demjenigen des Dienstags. Bei einzelnen 15-Minuten-Intervallen nehmen die Preise bis um die 200 Euro (187 Franken) zu.

Haushalte mit klassischen Stromtarifen sollten die Schwankungen aber nicht 1:1 zahlen müssen, da die Börsenpreise nicht gleich Endkundepreise sind.
Auch ein Strommangel ist nicht zu befürchten. Laut den Netzbetreibern wird die Stromversorgung zum Zeitpunkt der Sonnenfinsternis zudem gesichert sein.
Wenige Stunden vor der ersten totalen Sonnenfinsternis über Spanien seit mehr als einem Jahrhundert fiebert das Land dem historischen Naturschauspiel entgegen.
«Wie aufregend! Ich kann es kaum erwarten», rief am Vormittag die Moderatorin des staatlichen TV-Nachrichtensenders «24 Horas». Die Finsternis werde Spanien am Abend regelrecht lahmlegen, hiess es im Sender.
Unterdessen zieht es viele Menschen in die sogenannte Totalitätszone, in der der Mond am Abend gegen die Sonne vollständig verdecken wird.

Die Behörden rechneten allein am Mittwoch mit 400'000 bis 1,5 Millionen zusätzlichen Autofahrten. Vor allem auf den Zufahrtsstrassen in den Norden und Osten des Landes sowie zu den Balearen wurden lange Staus erwartet. Katalonien und andere Regionen meldeten am Vormittag zähflüssigen Verkehr. Nennenswerte Verkehrsbehinderungen wurden zunächst aber nicht gemeldet.
Die Generaldirektion für Verkehr (DGT) hat einen Sonderplan mit zusätzlichen Kontrollen und Hinweistafeln aktiviert. Autofahrer dürfen weder auf der Fahrbahn noch auf dem Seitenstreifen anhalten, um das Schauspiel zu beobachten. Während der Verdunkelung muss mit Abblendlicht gefahren werden. Die Behörden appellierten, Reisen möglichst früh anzutreten.
In Bern stehen zahlreiche Menschen Schlange vor dem Foto Zumstein. Das Geschäft bietet Schutzbrillen für die heutige Sonnenfinsternis an.
Um 14.30 kommt nochmals eine Lieferung an, erfährt Nau.ch. Um 10.30 Uhr warten bereits rund 30 Personen – sogar mit Campingstühlen, wie Bilder zeigen.
Bereits am Dienstag standen zahlreiche Menschen Schlange vor dem Berner Geschäft (Video oben).
Wer ohne Schutzbrille in die Sonne schaut, riskiert eine Beschädigung der Netzhaut. Diese kann dauerhaft sein – auch eine Erblindung ist möglich.
Auch durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras soll eine Sonnenfinsternis nicht beobachtet werden. Dies «wird in Sekundenbruchteilen zur Erblindung führen», warnte die Schweizerische Astronomische Gesellschaft (SAG).
Die Sonnenfinsternis kann auch vom Sofa aus beobachtet werden: Die Nasa bietet einen Live-Stream an.
Auf Mallorca kommt es heute Abend zu einer totalen Sonnenfinsternis. Entsprechend gross wird der Besucheransturm auf der balearischen Insel erwartet – inklusive Verkehrschaos. Bereits im Frühling explodierten die Hotelpreise für den 12. August (Nau.ch berichtete).
Letzte Woche gab die Regionalregierung zudem bekannt, dass das spanische Militär auf der Insel im Mittelmeer aushelfen wird.
Medienberichten zufolge diene das Armeepersonal der örtlichen Sicherheit und derjenigen der Bevölkerung, etwa mit der Überwachung von Strassen und dem Freihalten von Rettungswegen. Neben dem erwarteten Besucheransturm macht aber auch die bestehende Waldbrandgefahr Sorgen.

Landesweit stehen in Spanien am Mittwoch rund 24’000 Polizisten im Einsatz. Die Totalitätszone zieht sich von Galizien im Nordwesten Spaniens über Kastilien und León hinüber an die Ostküste nach Valencia und aufs Mittelmeer zu den Balearen.
Bis zur nächste totalen Finsternis über der Schweiz wird es noch bis zum Jahr 2081 dauern. Die letzte totale Sonnenfinsternis, die von grossen Teilen der Schweiz aus zu sehen war, liegt bereits mehr als 300 Jahre zurück: Sie ereignete sich im Jahr 1724. 1842 war die Sonne zudem über dem südlichsten Zipfel der Schweiz total verfinstert.














