Schweizer Technologie: Empa entwickelt klimafreundliches Benzin
Eine neue Technologie soll CO2-Emissionen senken – ohne neue Motoren oder Tankstellen.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Empa-Forscherin entwickelt klimafreundliches synthetisches Benzin.
- Der Treibstoff soll in heutigen Autos funktionieren.
- Erste Pilotversuche unter realen Bedingungen sind bereits geplant.
Die Elektromobilität wächst – doch Millionen Autos mit Benzinmotor werden noch lange auf den Strassen unterwegs sein. Eine Forscherin der Empa verfolgt deshalb einen anderen Ansatz: Sie entwickelt einen klimafreundlichen Treibstoff, der ohne Umbauten in bestehenden Fahrzeugen eingesetzt werden kann.
Für ihre Arbeiten erhielt Alessia Cesarini im Frühjahr ein «Empa Entrepreneur Fellowship», mit dem die Empa Forschung auf dem Weg in die Praxis unterstützt.
Synthetisches Benzin statt fossiler Treibstoff
Im Zentrum des Projekts steht ein chemisches Verfahren, das erneuerbare Ausgangsstoffe in einen flüssigen Treibstoff umwandelt. Das Ergebnis ähnelt herkömmlichem Benzin so stark, dass es in heutigen Motoren verwendet werden kann.
Möglich wird dies durch speziell entwickelte Katalysatoren, die den Herstellungsprozess effizienter machen und den Energieverbrauch senken. Der synthetische Treibstoff erreicht bereits eine Oktanzahl von 95 und erfüllt damit einen wichtigen Standard für normales Benzin.
Erste Analysen deuten zudem darauf hin, dass der Treibstoff bei einer industriellen Produktion preislich mit fossilem Benzin konkurrieren könnte.
Keine neuen Autos oder Tankstellen nötig
Der grösste Vorteil der Technologie liegt in ihrer Kompatibilität. Weder Fahrzeuge noch Tankstellen müssten ersetzt oder umgebaut werden.
Das könnte den Übergang zu einer klimafreundlicheren Mobilität erleichtern, weil die bestehende Infrastruktur weiter genutzt werden kann.
Ein Labordemonstrator produziert bereits rund 10'000 Liter synthetischen Treibstoff pro Jahr. Als Nächstes wollen die Forschenden die Technologie vergrössern und unter realen Bedingungen testen.
Erste Einsätze in der Forstwirtschaft
Bevor das Benzin an Tankstellen erhältlich sein könnte, sind Pilotversuche im Forstsektor vorgesehen. Dort soll sich zeigen, wie sich der Treibstoff im praktischen Einsatz bewährt.
Erst in einem späteren Schritt ist geplant, grössere Mengen an lokale Treibstoffhändler zu liefern. Ziel ist es, den CO2-Ausstoss bestehender Fahrzeuge zu senken, solange Verbrennungsmotoren noch zum Alltag gehören.













