Schweizer Technologie: CO2 wird zu Stein und Wasserstoff
Ein Startup der EPFL hat eine Anlage entwickelt, die CO2 in feste Mineralien und grünen Wasserstoff umwandelt.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Startup DeltaSpark wandelt CO2 aus Industrieabgasen in feste Mineralien um.
- Gleichzeitig entsteht grüner Wasserstoff, der weiter genutzt werden kann.
- Die gesamte Anlage passt in einen Container und soll direkt bei Fabriken stehen.
CO2-Emissionen gelten als Haupttreiber des Klimawandels. Neben der Reduktion von Emissionen wird deshalb auch daran geforscht, das ausgestossene CO2 einzufangen und dauerhaft zu binden. Genau hier setzt das Schweizer Startup DeltaSpark an, eine Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne EPFL.
DeltaSpark hat ein technisches System entwickelt, das CO2 aus Industrieanlagen auffängt und in feste Mineralien umwandelt. Gleichzeitig entsteht grüner Wasserstoff. Die gesamte Anlage ist in einem Modul untergebracht, das etwa so gross ist wie ein Schiffscontainer. Sie soll direkt dort eingesetzt werden, wo CO2 anfällt – zum Beispiel in Zementwerken oder anderen Industrieanlagen.
Von der Natur abgeschaut – aber schneller
In der Natur passiert etwas Ähnliches bereits: CO2 löst sich in Wasser und reagiert mit Mineralien im Gestein. So wird der Kohlenstoff über sehr lange Zeiträume gespeichert. Dieser Prozess dauert allerdings Tausende von Jahren. Technische Verfahren versuchen, ihn deutlich zu beschleunigen.
Das System von DeltaSpark nutzt dafür elektrochemische Prozesse. Vereinfacht gesagt wird CO2 mithilfe von Strom in eine Form gebracht, die mit Metallen reagieren kann. Dabei entstehen feste Karbonat-Mineralien – also stabile, steinartige Stoffe. Parallel dazu wird Wasserstoff freigesetzt.
«Wir kombinieren als Erste CO2-Speicherung und gleichzeitige Wasserstoffproduktion in einem System», sagt Mitgründer Luc Bondaz. Die Technologie basiert auf mehreren patentierten Entwicklungen aus der EPFL-Forschung.
Mineralien und Wasserstoff als Nebenprodukte
Laut dem Startup kann eine Anlage täglich bis zu zwei Tonnen CO2 verarbeiten. Die entstehenden Mineralien könnten etwa in der Bauindustrie eingesetzt werden, zum Beispiel als Bestandteil von Baustoffen. Der erzeugte grüne Wasserstoff lässt sich als Energieträger nutzen.
Diese Nebenprodukte sollen dazu beitragen, die Kosten des Systems auszugleichen. DeltaSpark betont, dass genau dieser wirtschaftliche Aspekt für Industrieunternehmen entscheidend sei. Mehrere Schweizer Firmen hätten bereits Interesse an der Technologie gezeigt.
Derzeit arbeitet das Startup am Bau eines Prototyps. Dafür hat DeltaSpark unter anderem über 600’000 Franken an Förder- und Startkapital erhalten. Ob und wann die Technologie im grossen Massstab eingesetzt wird, hängt nun von weiteren Tests und der Nachfrage aus der Industrie ab.













