Gewalt

Gewalt gegenüber Spital-Personal nimmt weiter zu

Luna Gerber
Luna Gerber

Bern,

Keine Geduld im Wartezimmer: Patienten lassen ihren Frust vermehrt am Fach- und Pflegepersonal heraus – meist in verbaler Form.

spitalpersonal
Verbal, physisch und sexuell: Gewaltsame Übergriffe gegenüber dem Spital-Personal nehmen weiter zu. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Gewalt gegen Spital-Personal nimmt weiter zu – besonders in verbaler Form.
  • Am Berner Inselspital liegen vor allem auf Notfallstationen die Nerven blank.
  • Die Dunkelziffer der Fälle dürfte hoch sein.

Patientinnen und Patienten wie auch Angehörige beissen immer häufiger in die Hand, die sie füttert. Daher muss sich Schweizer Pflegepersonal im Arbeitsalltag vermehrt gegen Gewalt beweisen.

Es ist ein beunruhigender Aufwärtstrend, obschon – oder gerade weil – er sich bereits seit einigen Jahren beobachten lässt.

Patienten entladen Frust überwiegend verbal

Sowohl das Unispital Zürich (USZ) wie auch das Inselspital in Bern bestätigen gegenüber Nau.ch: Es ist vorwiegend verbale Gewalt, die das Personal immer häufiger zur Zielscheibe macht.

Patientinnen und Patienten des Unispital Zürich würden vor allem ihre Wut auf lange Wartezeiten immer öfter am Personal entladen.

Moritz Suter, Mediensprecher des Zürcher Unispitals sagt: «Trotz keiner akuten Notfallsituation verhalten sich Patientinnen und Patienten dann zunehmend unruhig und verbal unfreundlich gegenüber dem medizinischen Personal.»

Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen

Besonders rau ist der Ton auf den Notfallstationen des Inselspitals. Auf Anfrage von Nau.ch erklärt Didier Plaschy, Mediensprecher der Insel-Gruppe: «Rund 90 Prozent der Fälle registrieren wir in der Universitätsklinik für Notfallmedizin.»

Neben verbaler Aggression komme auch körperliche Gewalt gegen Personal oder etwa Sachbeschädigung regelmässig vor.

Muss das Spital-Personal besser geschützt werden?

Eskaliere die Situation, werde der Sicherheitsdienst beigezogen. Während das Inselspital im Jahr 2021 insgesamt 1900 Interventionen verzeichnete, waren es im Jahr 2025 schon 2500.

Brisant: Im USZ sei festgestellt worden, «dass Sicherheitsdienst und Pflegepersonal bei Interventionen zunehmend durch Schaulustige beeinträchtigt werden».

Sowohl in Zürich wie auch in Bern werden nur jene Fälle registriert, bei denen der interne Sicherheitsdienst beigezogen wird. Daher dürfte die Dunkelziffer durch ungemeldete Fälle signifikant höher liegen. Dazu zählen im USZ gemäss Suter vor allem sexuelle Übergriffe.

Bereits vor einem Jahr berichtete Nau.ch über eine explosive Zunahme der Gewalt in Spitälern. 2024 etwa musste das Inselspital in Bern im Schnitt sechsmal pro Tag den Sicherheitsdienst rufen.

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Kommentare

User #8043 (nicht angemeldet)

Ein grund mehr statt 50.- neu 200.- als taxe für bagatellfälle zu verlangen. Das gibt kapazität für die echten fälle.

User #4851 (nicht angemeldet)

Ich bin ein CH- Bünzli, zahle die KK- Prämie seit Jahrzehnten ohne Verzug. Was geschieht eigentlich mit den cirka 200'000 Versicherten, die nicht bezahlen?

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