Im vierten Quartal 2020 wurden Vermögenswerte im Wert von 3914 Billionen Euro verwaltet. Das ist ein Plus von 1,5 Prozent innert einem Jahr.
Vermögen
Münzen und Geldscheine (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Auch der Schattenbank-Sektor wurde anfangs von der Pandemie getroffen.
  • Doch im Jahresverlauf 2020 konnte er sich erholen – und stieg um 1,5 Prozent.
  • Insgesamt wurden im vierten Quartal Vermögenswerte von 39,4 Billionen Euro verwaltet.

Der Schattenbanken-Sektor in der Europäischen Union hat trotz der Corona-Krise an Bedeutung zugelegt. Im vierten Quartal 2020 verwalteten in der EU Investmentfonds und andere Finanzgesellschaften Vermögenswerte von 39,4 Billionen Euro.

Das entspricht einem Plus von 1,5 Prozent binnen Jahresfrist. Dies teilte das Europäische Systemrisikorat (ESRB) in einem am Montag vorgelegten Bericht mit.

Solche Finanzfirmen seien zwar zunächst ebenfalls von den Folgen des Ausbruchs der Corona-Pandemie belastet worden. Im weiteren Jahresverlauf habe sich der Sektor aber wieder erholt. Zu diesen Finanzgesellschaften werden unteren anderem Hedge- und Geldmarktfonds, alternative Investmentfonds sowie spezielle Börsenhändler gezählt.

ESRB weist auf Gefahren hin

In seinem Bericht weist der ESRB auf vier Gefahren hin, die es infolge der Corona-Krise im Auge zu behalten gelte. Dazu zähle die Unsicherheit hinsichtlich der Erholung von der Pandemie. Und auch eine steigende Verschuldung sowie wachsende Kreditrisiken im Zuge der Pandemie müssten beobachtet werden. Ebenso eine Entkopplung der Realwirtschaft von den Börsen und eine unsichere Liquidität in manchen Märkten gehörten dazu.

Schattenbank
ESRB warnt vor erhöhter Risikobereitschaft. - Keystone

Verwundbarkeiten sieht der ESRB wie schon in früheren Berichten zu dem Sektor in einer übermässigen Risikobereitschaft mancher Gesellschaften. Doch auch bei erhöhten Verschuldung bei Transaktionen mancher Investmentfonds sowie in den Ansteckungsgefahren für weitere Teile der Finanzwirtschaft lauern Gefahren. Dazu kämen die mit dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld verbundenen Gefahren.

Der in Frankfurt ansässige ESRB wurde 2010 in Reaktion auf die Finanzkrise gegründet. Er soll als Frühwarnsystem auf Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems in der EU hinweisen. Der Verwaltungsrat steht unter dem Vorsitz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

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