Gast bezahlt Beiz geklauten Bierkrug nach 50 Jahren
Ein englischsprachiger Gast hat 1976 im Hofbräuhaus in München einen Bierkrug mitgehen lassen. Nun – 50 Jahre später – hat er seine Schuld beglichen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Gast hat 1976 im Hofbräuhaus in München einen Bierkrug mitgehen lassen.
- Nach 50 Jahren plagt ihn das schlechte Gewissen: Er entschuldigt sich und schickt 20 Euro.
- Das Geld wird nun einem guten Zweck gespendet.
Dieser Tourist aus dem englischsprachigen Raum hatte wohl ein schlechtes Gewissen. Nach 50 Jahren schickt er dem Münchner Hofbräuhaus 20 Euro (rund 18 Franken).
Der Grund: 1976 hatte er einen Bierkrug mitgenommen. Der Mann wendet sich nun in einem Brief an das bekannte Wirtshaus aus München. Die «tz» hat zuerst darüber berichtet.
Der Mann erklärt: «Ich habe Ihre Gaststätte vor etwa 50 Jahren besucht. Ich bin nach einem ausgelassenen Abend am nächsten Morgen im Hotel mit einem Bierkrug von Ihnen aufgewacht, aber ohne Quittung.»
Das schreibt der englischsprachige Gast in einem Brief, der in einem Facebook-Beitrag des Münchner Hofbräuhauses veröffentlicht wurde.
Gast: «Ich möchte nicht unehrlich sein»
Der Krug befindet sich noch immer in seinem Besitz.
Der Gast betont: «Mir war immer klar, dass ich ihn nicht bezahlt habe. Ich möchte nicht unehrlich sein. Ich möchte, dass Ihr Krug vollständig bezahlt ist.»
Den ursprünglichen Bierkrug von 1976 ist laut der Zeitung heute wohl nicht mehr im Sortiment. Also schaute der Gast auf der Internetseite des Hofbräuhauses nach dem aktuellen Preis: Dort fand er den Halbliter-Steinkrug «Saga» für 19,95 Euro.
Der Gast schlägt vor, das Geld für einen guten Zweck zu verwenden. «Sie können damit machen, was Sie wollen: Benzin kaufen, Witwen und Waisen unterstützen oder es in Ihren betrieblichen Valentinstags-Fonds einzahlen.»
Hofbräuhaus erhält regelmässig solche Briefe
Tobias Ranzinger, Pressesprecher des Hofbräuhauses, erklärt gegenüber der «tz», dass solche Briefe keine Seltenheit sind: «Wir bekommen im Schnitt drei bis vier Mal im Jahr Post in dieser Art.»
Manchmal enthielten die Sendungen Geld, manchmal sogar die alten Krüge selbst.
Das Hofbräuhaus führt keine genaue Statistik über entwendete Krüge. «Da wir beschädigte Krüge mit kleinen Schäden sofort aussortieren, haben wir sowieso natürlichen Schwund.»
Zudem achtet der Ordnungsdienst an der Tür auf mitgenommene Gegenstände. Dadurch hält sich das «aus Versehen Mitnehmen» in Grenzen, so der Sprecher gegenüber der Zeitung.
Die 20 Euro des reuigen Touristen fliessen nun tatsächlich in einen guten Zweck. Das Hofbräuhaus spendet das Geld an die Aktion «Bunte Münchner Kindl». Diese Initiative sammelt Schulrucksäcke und Schulmaterial für bedürftige Kinder.
Das Hofbräuhaus München gehört zu den bekanntesten Brauhäusern der Welt. Es wurde 1589 gegründet und zieht jährlich Millionen von Touristen an.
Besonders während des Oktoberfestes ist auch das Hofbräu Festzelt ein beliebter Anlaufpunkt für Besucher aus aller Welt. Die Masskrüge des Hauses gelten als begehrte Souvenirs, weshalb immer wieder einige «verschwinden».

















