Ölpreis explodiert und setzt Europas Industrie unter Druck
Der Iran-Krieg treibt den Ölpreis in die Höhe und entfacht eine neue Energiekrise, die Europas Industrie fundamental bedroht.

Der Ölpreis ist Anfang März auf etwa 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen, wie das «Handelsblatt» berichtete. Die Ursache liegt klar: Die Strasse von Hormus ist für Öltanker kaum noch passierbar.
Der Preisanstieg fällt dramatisch aus, berichtet das Energieportal «EE-Experten».
Der Preis für 100 Liter Heizöl stieg von durchschnittlich 111,30 Euro (etwa 101 Franken) auf 124 Euro (etwa 112,5 Franken). Ein Plus von 11,5 Prozent innerhalb von 24 Stunden.
Europäische Unternehmen im Schockzustand
Airlines wie Wizz Air haben um 31,2 Prozent an Wert verloren, berichtet «Euronews». Die Fluggesellschaften kämpfen mit explodierenden Treibstoffkosten und nur begrenzter Fähigkeit, diese Kosten an Passagiere weiterzugeben.
Das Problem für Europas Wirtschaft ist systemisch. Die meisten Unternehmen können ihre Kosten nicht schnell genug erhöhen.
Stahlproduzenten sind gleichermassen getroffen – Salzgitter fiel 27,9 Prozent, Thyssenkrupp verlor 27,3 Prozent und ArcelorMittal büsste 19,1 Prozent ein. Stahl zählt zu den energieintensivsten Produktionsprozessen weltweit.
Inflationsgefahren wachsen
Nach Einschätzung der Europäischen Union sind die Kosten bereits enorm, schreibt die «Börsen-Zeitung».
Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen habe in den ersten zehn Tagen des Iran-Krieges Mehrkosten von 3 Milliarden Euro verursacht. Dies sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Das «ZDF» warnt vor einer neuen Inflationswelle. Dies, da steigende Energiekosten Grundstoff für die chemische und pharmazeutische Industrie sowie den globalen Güterverkehr sind.
Steigender Ölpreis: Massnahmen der EU bleiben begrenzt
Die Europäische Union reagiert auf den steigenden Ölpreis mit massiven Massnahmen. Manche europäische Länder haben bereits Preisdeckel eingeführt, berichtet die «Börsen-Zeitung».

In Griechenland dürfen Raffinerien maximal fünf Cent pro Liter als Gewinnspanne aufschlagen. Deutschland und Ungarn führen gleichermassen Massnahmen ein.
Experten warnen jedoch vor Illusionen: Entscheidend ist, wie lange die Strasse von Hormus praktisch unpassierbar bleibt. Solange das Nadelöhr blockiert ist, droht die Inflation wieder zu flammen, schreibt das «ZDF».
















