Krieg

Iran-Krieg: Energie-Chef warnt vor «grössten Bedrohung» jemals

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Iran,

Die blockierte Strasse von Hormus gefährdet die globale Energieversorgung zunehmend. Der Chef der internationalen Energieagentur findet deutliche Worte.

Fatih Bisol
Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), schlägt jetzt Alarm. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Iran-Krieg bedroht die globale Energieversorgung.
  • Die internationale Energiebehörde ruft jetzt zum Sparen auf.
  • Die USA drohen mit Konsequenzen, falls der Iran die Strasse von Hormus nicht öffnet.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran ein Ultimatum gestellt.

Falls die Islamische Republik die strategisch wichtige Strasse von Hormus nicht bis Montagabend öffnet, drohen die USA mit Konsequenzen. Dazu zählt unter anderem die Zerstörung iranischer Kraftwerke.

Trotz Trumps täglichen Zusicherungen eines baldigen Sieges zeichnet sich kein zeitnahes Ende ab. Die Strasse von Hormus bleibt seit Wochen grösstenteils gesperrt.

IEA-Chef sieht grösste Bedrohung der Geschichte

Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), schlägt jetzt Alarm. «Wir stehen vor der grössten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit.» Das sagt er gegenüber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Birol leitet seit über zehn Jahren die IEA. Die Organisation koordiniert und sichert die globale Energieversorgung.

«Schaden ist grösser als bei Ölpreisschocks»

Der IEA-Chef betont, dass die Politik die Tragweite des Problems noch nicht begriffen habe. Er zieht den Vergleich zu den Ölkrisen der 1970er-Jahre.

Damals schrumpfte das Angebot um etwa zehn Millionen Barrel pro Tag. Heute fehlen elf Millionen Barrel Öl täglich im Handel.

Sorgst du dich um die Energiesicherheit?

«Der Schaden ist also grösser als bei diesen beiden grossen Ölpreisschocks zusammen», erklärt Birol. Die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Energieversorgung würden massiv unterschätzt.

Die gesperrte Meerenge von Hormus hat weitreichende Folgen. Nicht nur Öltransporte sind betroffen. Auch Düngemittel, Schwefel und Helium werden normalerweise über diese Route transportiert. Diese Güter sind für die Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung.

Notreserven reichen nur noch wenige Monate

Die IEA hat bereits 20 Prozent ihrer Ölreserven freigegeben. Die Mitgliedstaaten bunkern derzeit noch weitere 1,6 Milliarden Barrel.

Doch diese Massnahmen sind der IEA nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

hormus
Die Strasse von Hormus (rot markiert) ist das wichtigste Nadelöhr für den Ölexport nach Asien (China, Indien, Japan), Westeuropa und in die USA. - OpenStreetMap

Bei elf Millionen Barrel Rohöl, die täglich fehlen, reichen die restlichen IEA-Reserven nur 120 bis 150 Tage. Das entspricht etwa vier bis fünf Monaten. Danach wären die strategischen Reserven aufgebraucht.

Tempolimits und Homeoffice gefordert

Aus diesem Grund fordert die IEA bereits jetzt tiefgreifende Sparmassnahmen. Am Freitag präsentierte die Energieagentur einen Sofortmassnahmenkatalog.

Dieser enthält Empfehlungen wie Homeoffice und Tempolimits. Beides soll dazu beitragen, den Treibstoffverbrauch zu senken.

Kommentare

User #5576 (nicht angemeldet)

Welche Intelligenz von Politikern ausgeht, sieht man daran, dass sie alle ihre Energie von derselben Ecke beziehen und NULL Weitsicht erkennen lassen, in ihrem seit Jahrzehnten fehlgeleiteten denken, handeln und verstehen. Nachdem die Grünen mit im Sattel sind und mit ihren grotesken Ideologien die Welt auf den Kopf stellen, scheint Denken eine Zufallserscheinung zu sein. Künftig sollten Politiker einen Psychotest absolvieren, auch in der Schweiz. Seit den Öl-Krisen in den 70ern oder während dem Irak-Krieg hätten ein paar Lampen aufleuchten sollen, und das Energie- und Rohstoff-Szenario zukunftsorientierter gedacht werden müssen. Hätte ….

User #2056 (nicht angemeldet)

Ich glaubs halt trotzdem immer noch nicht. Tja.

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