Ticker: Iran droht nach Trump-Ultimatum mit Vergeltung
Der Iran-Krieg dauert bereits seit drei Wochen. Mehrere hochrangige Politiker und Militärs wurden von Israel und den USA getötet.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 28. Februar griffen Israel und die USA den Iran an und starteten den Krieg.
- Der Iran schlägt grossflächig zurück und attackiert auch Ziele in den Golfstaaten.
- Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine Entwicklung im Nahen Osten.
Am 28. Februar griffen die USA und Israel den Iran an. Seither wurden mehrere hochrangige Militärs und Politiker, darunter der Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Zudem greift Israel wieder Stellungen der Hisbollah im Libanon an.
Der Iran schlägt grossflächig zurück und attackiert auch die Golfstaaten sowie deren Energieinfrastruktur. Zudem blockiert das Land die für den Ölhandel wichtige Strasse von Hormus, was zu starken Preisanstiegen und grossen Unsicherheiten führt.
Wie lange der Krieg noch dauern wird, ist unklar. Donald Trump sagte am Freitag, er erwäge, die Angriffe zurückzufahren, man stehe kurz davor, die Ziele zu erreichen. Gleichzeitig sind aber Tausende weitere US-Soldaten auf dem Weg in den Nahen Osten.
Schah-Sohn Pahlavi fordert von Trump Umdenken bei Hormus‐Ultimatum
20.32: Schah-Sohn Reza Pahlavi hat angesichts des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an den Iran ein Umdenken gefordert. Trump solle sein Ultimatum im Konflikt um die Strasse von Hormus überdenken und die zivile Infrastruktur bei Angriffen auf die islamische Führung im Iran verschonen, forderte Pahlavi auf der Plattform X.
«Das Regime muss demontiert werden, der Iran selbst aber geschützt bleiben», erklärte Pahlavi, den monarchistische Gruppen als politischen Anführer der Opposition betrachten.

Pahlavi appellierte an Trump, zwar weiterhin gezielt die Strukturen der islamischen Herrschaft anzugreifen – nicht aber jene zivile Infrastruktur, die dem iranischen Volk gehöre und für den Wiederaufbau eines freien Irans unverzichtbar sei.
Sowohl Pahlavi als auch die monarchistische Opposition im Exil standen bislang weitgehend auf einer Linie mit Trump und Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Trump drohte in der Nacht zum Sonntag (MEZ) dem Iran mit der Zerstörung seiner Energieanlagen, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Strasse von Hormus vollständig und «ohne Drohungen» öffnen.
Iran droht nach Trump-Ultimatum mit Vergeltung
16.15: Mit einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an den Iran droht eine weitere Ausweitung des Krieges am Persischen Golf. Sofern der Iran nicht innerhalb von 48 Stunden die Strasse von Hormus vollständig öffne, würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, «beginnend mit dem grössten!», kündigte Trump in der Nacht zum Sonntag mitteleuropäischer Zeit an.
Der Iran konterte: Sollte die Kraftstoff- und Energieinfrastruktur des Irans angegriffen werden, werde das iranische Militär alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier nehmen, zitierte die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars einen Sprecher.

Damit droht der vor drei Wochen von den USA und Israel begonnene Krieg zu eskalieren – mit unabsehbaren Folgen für die Region und die Weltwirtschaft. Schon jetzt hat der Konflikt um die Strasse von Hormus enorme Auswirkungen auf die globalen Märkte.
Die Strasse von Hormus ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch die Passage transportiert. Der grösste Teil davon geht in Richtung China, Indien und in andere asiatische Länder. Auch etwa 20 Prozent des weltweiten Flüssiggashandels läuft durch die Meerenge.
Teheran hat infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe im Iran mehrfach gedroht, dort Schiffe anzugreifen. Der Schiffsverkehr ist praktisch zum Erliegen gekommen. Die Menschen in Deutschland spüren die Auswirkungen unter anderem beim Tanken, weil die Preise für Benzin und Diesel stark gestiegen sind. Experten vermuten, dass auch Lebensmittel teurer werden könnten.
Israel greift wichtige Brücke im Süden des Libanons an
15.10: Die israelische Armee hat nach libanesischen Angaben eine wichtige Brücke angegriffen, die den Südlibanon mit dem restlichen Teil des Landes verbindet.
Die Brücke al-Kasmijeh sei beschossen worden, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Die israelische Armee teilte kurz zuvor mit, es habe eine Angriffswelle gegen Hisbollah-Infrastruktur im Süden des Libanons begonnen. Es gab zunächst keine Informationen über Verletzte.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Vormittag angekündigt, man habe die Armee angewiesen, «sofort alle Brücken über den Litani-Fluss zu zerstören, die Terroraktivitäten dienen». So solle verhindert werden, dass Mitglieder der mit dem Iran verbündeten libanesischen Hisbollah-Miliz und Waffen in den Süden gelangen.
Ausserdem solle das Militär die Zerstörung von Häusern im libanesischen Grenzgebiet zu Israel beschleunigen, um eine Bedrohung israelischer Grenzorte zu verhindern. Dabei folge man dem «Modell» der Grenzgebiete im Gazastreifen.
Angriffe in Golfstaaten gehen weiter
14.15: Die iranischen Angriffe in der Golfregion gehen weiter. «Die Flugabwehrsysteme reagieren derzeit auf eine Bedrohung durch Raketen. Bitte bleiben Sie an einem sicheren Ort und folgen Sie offiziellen Kanälen für Warnungen und neue Informationen», teilte die Katastrophenschutzbehörde in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, mit.
Die Emirate reagierten nach Angaben des Verteidigungsministeriums bisher auf Beschuss mit 345 Raketen, 15 Marschflugkörpern und mehr als 1.700 Drohnen. Zwei Angehörige der Streitkräfte und sechs Zivilisten kamen seit Kriegsbeginn ums Leben. 160 weitere Menschen wurden im Land verletzt.
Saudi-Arabiens Verteidigungsministerium erklärte, im Osten des Landes, wo unter anderem die meisten Ölfelder liegen, seien mehrere Drohnen abgefangen worden. In der Nähe von Riad sei eine Rakete abgefangen worden, zwei weitere seien in offenem Gelände niedergegangen.
Bahrain fing nach Angaben der Streitkräfte bisher mehr als 140 iranische Raketen und mehr als 240 iranische Drohnen ab.
Netanjahu: Weitere Länder müssen sich Iran-Krieg anschliessen
13.49: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat weitere Länder dazu gedrängt, sich dem Kampf gegen den Iran anzuschliessen.

«Sie haben eine interkontinentale ballistische Rakete auf Diego Garcia abgefeuert», sagte Netanjahu bei einem Besuch in der israelischen Wüstenstadt Arad, in der am Samstagabend eine iranische Rakete eingeschlagen und schwere Zerstörungen angerichtet hatte.
15 Verletzte bei Raketenangriff auf Grossraum Tel Aviv
12.54: Bei einem iranischen Raketenangriff auf die israelische Küstenmetropole Tel Aviv sind nach Angaben von Sanitätern 15 Menschen verletzt worden.

Ein 53 Jahre alter Mann habe schwere Verletzungen erlitten, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Nach Polizeiangaben gab es mehrere Einschläge im Bereich des Grossraums Tel Aviv.
Katar: Sechs Tote bei Absturz eines Militärhelikopters
10.03: In Katar sind beim Absturz eines Militärhelikopters mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen.
Das teilte das katarische Innenministerium heute mit. Dem Verteidigungsministerium zufolge kam es «während eines Routine-Einsatzes zu einer technischen Störung». Es gab zunächst keine Hinweise darauf, dass der katarische Helikopters möglicherweise bei einem iranischen Angriff abgeschossen wurde.

Nach offiziellen Angaben stürzte der Helikopter im Persischen Golf in katarischem Hoheitsgebiet ab. An dem Such- und Rettungseinsatz waren Spezialteams beteiligt. Es war zunächst unklar, wohin der Hubschrauber bei dem Einsatz flog.
Neue iranische Raketenangriffe auf Israel
09.09: Der Iran hat seine massiven Raketenangriffe auf israelische Ziele fortgesetzt. Im Grossraum Tel Aviv heulten erneut die Warnsirenen, Menschen eilten in Schutzräume. Ein Einwohner Tel Avivs berichtete, es seien in der Mittelmeermetropole Explosionsgeräusche zu hören. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, es gebe zunächst keine Informationen zu Verletzten.

Das iranische Militär teilte derweil mit, es habe den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv mit Drohnen angegriffen. Dafür gab es von der israelischen Armee keine Bestätigung
Ein Toter bei Raketenangriff auf Israels Norden
09.08: Bei einem Vorfall im Norden Israels ist nach Angaben von Sanitätern mindestens ein Mensch getötet worden. Zwei Fahrzeuge seien in Misgav Am an Israels Grenze zum Libanon ausgebrannt, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.
«Wir kamen am Einsatzort an und sahen zwei Fahrzeuge in Flammen stehen», erzählte ein Sanitäter. «Während der Löscharbeiten der Feuerwehrkräfte entdeckten wir einen Mann auf dem Fahrersitz. Wir führten medizinische Untersuchungen durch – er zeigte keine Lebenszeichen, und wir mussten seinen Tod feststellen.»
Der libanesische TV-Sender Al-Manar berichtete, eine Raketensalve sei vom Libanon aus in Richtung Misgav Am abgefeuert worden. Der Sender steht der proiranischen libanesischen Hisbollah-Miliz nahe. Ein israelischer Militärsprecher sagte jedoch am Abend, die Armee prüfe auch die Möglichkeit, dass der Landwirt durch versehentlichen Eigenbeschuss einer israelischen Artillerieeinheit getötet worden sei.
Iran droht bei Angriff auf Kraftwerk mit Vergeltung
03.20: Der Iran droht im Falle eines Angriffs der USA auf die Kraftwerke des Landes mit Vergeltungsschlägen. Sollte die Kraftstoff- und Energieinfrastruktur des Irans angegriffen werden, werde das iranische Militär alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier nehmen, zitierte die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars einen Sprecher.
Trump setzt Iran Ultimatum für Öffnung der Strasse von Hormus
01.22: Donald Trump droht dem Iran mit der Zerstörung seiner Energieanlagen, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Strasse von Hormus vollständig und «ohne Drohungen» öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, «beginnend mit dem grössten!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Iran: Mehr als 1500 Tote seit Kriegsbeginn
01.15: Im Iran sind seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar nach offiziellen Angaben mehr als 1500 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien mehr als 200 Menschen im Alter von unter 18 Jahren, teilte der iranische Staatssender Irib unter Berufung auf das Gesundheitsministerium auf der Plattform X mit.

21'000 weitere Menschen seien verletzt. Mehr als 220 medizinische Zentren hätten evakuiert werden müssen. 21 medizinische Mitarbeiter seien tot, berichtete der iranische Sender weiter.
Trump gibt sich trotzig: Haben Iran von der Landkarte gefegt
01.09: Donald Trump hält sich im Iran-Krieg für einen erfolgreichen Feldherrn. In Reaktion auf eine Analyse des «New York Times»-Autoren David Sanger, wonach Trump viele seiner Kriegsziele bislang nicht erreicht habe, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social trotzig zurück: «Doch, das habe ich, und Wochen früher als geplant!»
Die USA hätten den Iran «von der Landkarte gefegt.» Das Land habe keine Führung mehr, die Marine und Luftwaffe seien vernichtet. Auch habe es «absolut keine Verteidigung mehr».
Der Iran wolle einen Deal abschliessen, bekräftigte Trump. «Ich will das nicht, wir sind Wochen vor dem Zeitplan», schrieb der US-Präsident weiter. Er hatte zuvor mitgeteilt, er erwäge, die Angriffe im Iran zurückzufahren. Die USA stünden kurz davor, ihre Ziele in dem seit drei Wochen andauernden Krieg zu erreichen.












