Chinas Produzentenpreise steigen wegen Nahost-Krieg stark an
Die Preise auf Herstellerebene in China sind im April überraschend stark gestiegen. Vor allem höhere Energiepreise infolge des Kriegs im Nahen Osten hätten die Inflation angeheizt, teilte die chinesische Statistikbehörde am Montag mit.

Der Produzentenpreisindex (PPI), der die Preise ab Werk misst, legte im April im Jahresvergleich um 2,8 Prozent zu. Das war der stärkste Anstieg seit Juli 2022 und deutlich mehr als von Analysten erwartet. Im März hatte das Plus noch 0,5 Prozent betragen. Damit lagen die Produzentenpreise den zweiten Monat in Folge im positiven Bereich, nachdem sie zuvor über drei Jahre lang gesunken waren.
Hintergrund ist vor allem der starke Anstieg der Ölpreise. Wegen des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran sowie der Blockade der wichtigen Strasse von Hormus verteuerten sich Rohöl und Energie weltweit deutlich. Rund ein Fünftel des globalen Ölangebots wird normalerweise über die Meerenge transportiert. In China stiegen laut Statistikamt insbesondere die Preise für Öl- und Gasförderung sowie für Raffinerieprodukte kräftig an.
Auch die Konsumentenpreise erhöhten sich stärker als erwartet. Der Konsumentenpreisindex (CPI) stieg im April um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, nach 1,0 Prozent im März.
Trotzdem sehen Experten bislang keine breite Rückkehr der Inflation in China. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt leidet weiterhin unter schwacher Konsumnachfrage, Überkapazitäten in vielen Branchen und der anhaltenden Immobilienkrise. Analysten von Capital Economics erwarten deshalb nur einen vorübergehenden Effekt durch die höheren Ölpreise.














