Gold im Höhenflug – kommt der nächste grosse Schub?
Gold klettert über 4300 Dollar und nähert sich einem Zweimonatshoch. Die Zinspolitik der Fed bleibt der entscheidende Faktor.

Der Goldpreis bewegte sich zu Wochenbeginn knapp unter der Marke von 4400 Dollar (etwa 3570 Franken) seitwärts. Laut «Finanztrends» notierte Gold am Montag bei 4354 Dollar (etwa 3532 Franken) – ohne nennenswerten Antrieb nach der starken Vorwoche.
Auslöser der jüngsten Bewegung waren schwache US-Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag. Sie dämpften die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed spürbar.
Das Edelmetall konnte laut «Finanztrends» damit erstmals seit Mitte Juni wieder ein Mehrwochenhoch erreichen.
Fed zwischen Wachstum und Inflation
Die Zinsentscheidung der Fed bleibt das zentrale Thema für Gold. Wie die «Finanzmarktwelt» berichtet, hat die Cleveland-Fed-Chefin Beth Hammack gewarnt, dass unter Umständen mehrere Zinserhöhungen nötig sein könnten.
Gleichzeitig stieg der Ölpreis wieder in Richtung 88 Dollar (etwa 71,40 Franken) je Barrel. Eine Lösung für die gesperrte Strasse von Hormus lässt weiter auf sich warten.
Das Edelmetall profitiert in diesem Umfeld, weil sinkende Zinserwartungen die Opportunitätskosten des Haltens von Gold reduzieren. Das Edelmetall wirft selbst keine laufenden Erträge ab und wird dadurch bei niedrigeren Zinsen attraktiver.
Gold: Hormus-Konflikt als Unsicherheitsfaktor
Den entscheidenden Anfangsimpuls der Rally lieferte die Strasse von Hormus. Wie «Cash» berichtet, teilte der iranische Vize-Aussenminister Kazem Gharibabadi mit, eine Schifffahrtseinigung mit Oman erzielt zu haben.
Die Route bleibe allerdings temporär und werde «zwei bis vier Monate» in Betrieb bleiben, so Gharibabadi gegenüber iranischen Medien. Die vollständige Wiedereröffnung von Hormus sei damit nicht gemeint.
Analysten von TD Securities schrieben, die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen USA und Iran habe den Edelmetallpreisen «deutlich Auftrieb gegeben». Gleichzeitig mahnten sie, ein weiterhin angespannter Energiemarkt bleibe «ein grosses Hindernis für einen erneuten Aufwärtstrend».
US-Inflationsdaten als nächster Wendepunkt
Nun rücken die US-Verbraucherpreise in den Fokus. Die «Finanzmarktwelt» berichtet, dass der Konsens für Juli eine Gesamtinflation von 3,4 Prozent erwarte, nach 3,5 Prozent im Vormonat.

Analystin Hebe Chen von Vantage Markets sieht in der jüngsten Gold-Bewegung laut «Finanzmarktwelt» möglicherweise «den Beginn einer grösseren Veränderung». Sie erklärte, die komplizierten Faktoren rund um Gold begännen sich endlich zusammenzufügen.
Ob daraus eine nachhaltige Trendwende entsteht, hängt von den kommenden Daten ab. Entscheidende technische Hürden liegen für Gold weiterhin bei 4400 und 4500 Dollar, wie die «Finanzmarktwelt» festhält.
















