EZB erhöht Leitzins – diese Folgen spüren Verbraucher
Die EZB hat den Leitzins erstmals seit 2023 erhöht. Was das für Verbraucher bei Sparzinsen und Krediten konkret bedeutet.

Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins erstmals seit September 2023 wieder angehoben. Der Schritt soll die hohe Inflation in der Eurozone eindämmen.
Der Einlagensatz steigt von 2,00 auf 2,25 Prozent, wie der «Stern» berichtet. Hauptrefinanzierungssatz und Spitzenrefinanzierungssatz liegen künftig bei 2,40 beziehungsweise 2,65 Prozent.
Hintergrund ist der starke Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Im Mai lag die Inflation in der Eurozone bei 3,2 Prozent, wie «ms-aktuell» berichtet.
Lagarde: Zinsschritt als Vorsichtsmassnahme
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte laut «GMX», die Zinserhöhung sei mehr als eine reine Vorsichtsmassnahme. Auf weitere Zinsschritte legte sie sich angesichts des ungelösten Iran-Konflikts nicht fest.
Der Krieg drohe die Teuerung im Euroraum weiter anzufachen, während er gleichzeitig die Wirtschaft schwäche. Auf weitere Schritte legte sich Lagarde nicht fest und sagte: «Es wird kommen, wie es kommen muss.»
Für Verbraucher ist vor allem wichtig, wie sich Spar- und Kreditzinsen nun entwickeln. Höhere Leitzinsen können für Sparerinnen und Sparer mittelfristig bessere Konditionen bedeuten, sofern Banken sie weitergeben.
Folgen für Bauzinsen und Kredite
Für Kreditnehmer ist der Effekt eher ungünstig. Die Bauzinsen sind laut «Stern» seit Beginn des Iran-Kriegs bereits um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte gestiegen.
Kurzfristig seien weiterhin grössere Schwankungen möglich, mittelfristig aber ein leichter Aufwärtstrend wahrscheinlich. Das schreibt der «Stern» unter Berufung auf den Darlehensvermittler Dr. Klein.

Variable Kredite reagieren besonders rasch auf Änderungen des Leitzins. Bei Tagesgeldkonten zeigt sich bereits eine Aufwärtsbewegung, teils bis zu vier Prozent für Neukunden.
Weitere Erhöhungen des Leitzins möglich
Analysten der LBBW rechnen bis Ende 2026 mit zwei weiteren Erhöhungen des Leitzins. Der Einlagensatz könnte demnach auf 2,75 Prozent steigen.
Die nächste EZB-Ratssitzung mit Zinsentscheid ist für den 23. Juli 2026 geplant.















