Experten warnen: Der Sand an der Ostsee ist viel zu sauber!
Touristen an der Ostsee wollen saubere Strände. Beim Reinigen wird aber nicht nur Müll entfernt, sondern auch die Lebensgrundlage von Insekten und Vögel.

Das Wichtigste in Kürze
- Touristen in Ferienorten in Schleswig-Holstein wollen saubere Stände.
- Um den Sand von Tonnen von Müll zu befreien, werden Sand-Siebmaschinen eingesetzt.
- Dadurch wird nicht nur Müll, sondern auch der Lebensraum von Insekten und Futter für Vögel entfernt.
Touristen an der Ostsee wünschen sich genau das – saubere Strände. Um das bieten zu können, werden in Ferienorten in Schleswig-Holstein schon früh am Morgen ganze Putzkolonnen eingesetzt. Diese beseitigen die liegengebliebenen Spuren vom Vortag und reinigen den Strand.
Doch das ist laut Experten fatal für die Umwelt. Wie «Bild» berichtet, werden vielerorts Siebmaschinen eingesetzt, um gegen Tonnen von Müll anzukämpfen. Damit wird der Sand gesiebt, und alles, was grösser ist als drei Zentimeter, bleibt hängen.
Doch beim Pflügen der Strände werden nicht nur Zigarettenstummel und anderer Müll eingesammelt, sondern auch Seegras und Algen.
Das Grünzeug ist aber ein wichtiger Lebensraum für Insekten, und diese wiederum sind eine Nahrungsquelle für Vögel.
Umweltschützer fordert: Natur akzeptieren
Ole Eggers vom regionalen Umweltverbund erklärt gegenüber «Bild», dass die Bedürfnisse der Feriengäste zwar verständlich seien.
Aber man müsse auch die Natur akzeptieren. Er fordert abgegrenzte Strandbereiche, auf die Touristen und Hunde keinen Zugang haben sollen.
Laut Eggers gebe es schon solche Schutzzonen in Dänemark und dies würde gut funktionieren.
«Dort kann sich dann normale Strandfauna entwickeln, die Lebensgrundlage für Brutvögel wie den Sandregenpfeifer ist.»
In der Hafenstadt Eckernförde ist das Problem auch bekannt. Dort werden laut dem Tourismus-Chef Michael Keller im Moment E-Quads getestet, um verdreckte Strandareale manuell zu reinigen. Dies sei viel umweltfreundlicher, weil nicht jedes Mal ein ganzer Strand umgepflügt würde.
Was noch besser wäre: Wenn erst gar kein Müll liegengelassen würde. So gäbe es auch weniger Putz-Aktionen.
















