EZB

Erstmals seit drei Jahren: EZB erhöht den Leitzins auf 2,25 Prozent

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Deutschland,

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins zum ersten Mal seit fast drei Jahren wieder erhöht.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde
EZB-Präsidentin Christine Lagarde. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EZB erhöht den Leitzins um 0,25 Prozent auf 2,25 Prozent.
  • Es ist die erste Erhöhung seit fast drei Jahren.
  • Dam it stemmt sich die EZB gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs.

Mit der ersten Zinserhöhung seit fast drei Jahren stemmt sich die Europäische Zentralbank (EZB) gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Die Euro-Währungshüter heben den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent an.

Dies entschied der EZB-Rat am Donnerstag in Frankfurt. Ökonomen hatten einen solchen Zinsschritt erwartet.

Zuletzt hatte die Notenbank den Zins, den Geschäftsbanken für bei der EZB geparkte Gelder bekommen, siebenmal in Folge bei 2,0 Prozent belassen. Die letzte Zinserhöhung im Euroraum gab es im September 2023.

EZB
Ein Gebäude der EZB in Frankfurt. - keystone

Höhere Zinsen verteuern Kredite für Konsumenten und Firmen, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann. Sparer profitieren, wenn Banken steigende Leitzinsen weiterreichen. Zugleich sind Zinserhöhungen eine Bürde für die ohnehin schwache Konjunktur.

Die EZB steckt in der Zwickmühle: Hebt sie die Zinsen zu stark an, läuft sie Gefahr, die Wirtschaft abzuwürgen.

Bringt der Iran-Krieg den nächsten Preisschub?

Wichtigstes Ziel der Euro-Währungshüter ist es, die Inflation im Zaum zu halten. Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hat die Teuerung kräftig nach oben getrieben. Im Mai lagen die Konsumentenpreise im Euroraum um 3,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit ist die Zielmarke der EZB, mittelfristig Preisstabilität bei 2 Prozent Inflation anzustreben, deutlich überschritten.

Sollte die EZB den Leitzins in den kommenden Monaten wieder senken?

Ökonomen fürchten, dass sich mit dem Krieg im Nahen Osten nicht nur Tanken und Heizen verteuern, sondern die Preise insgesamt anziehen, da Firmen gestiegene Energie- und Transportkosten an Kunden weitergeben. Noch im Januar – vor Kriegsbeginn – hatte die Teuerung im Euroraum bei 1,7 Prozent gelegen.

Die Sparzinsen sind zuletzt bereits geklettert, weil die EZB-Zinserhöhung erwartet wurde. In Deutschland locken einige Banken die Neukunden zeitweise mit bis zu 4 Prozent aufs Tagesgeld an. Das Vergleichsportal Verivox erwartet, dass sich die Konditionen für Sparer mit steigenden Leitzinsen weiter verbessern werden.

Weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr?

Einige Ökonomen erwarten, dass es nicht bei einer Zinserhöhung in diesem Jahr bleiben wird. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte wiederholt die Handlungsfähigkeit der Zentralbank betont.

Nach Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 stand die Notenbank in der Kritik, den damaligen Preisanstieg in der Energiekrise lange unterschätzt zu haben. Die Inflation im Euroraum schnellte bis auf mehr als 10 Prozent hoch.

Kommentare

User #6485 (nicht angemeldet)

Dünkler als Roger Schawinski.

User #5045 (nicht angemeldet)

Die EU ist eh pleite

Weiterlesen

Nico
31 Interaktionen
Neue Infos
sdf
129 Interaktionen
Experte warnt

MEHR IN NEWS

Handschellen
360'000 Franken
Einbruch in Schachten
1 Interaktionen
Reute AR
Lidl
Neckarsulm

MEHR EZB

EZB
3 Interaktionen
Frankfurt/Main
iran krieg ezb
2 Interaktionen
Stresstest
luis
Wegen Commerzbank
EZB-Präsidentin Christine Lagarde
14 Interaktionen
Frankfurt/Main

MEHR AUS DEUTSCHLAND

Joschka Fischer
16 Interaktionen
Warnung
Geissens
Nach Brust-OP
börsen
1 Interaktionen
Geopolitische Risiken
Baden-Baden