Im ersten Halbjahr musste der Energiekonzern Alpiq einen hohen Verlust einstecken. Dieser ist allerdings grösstenteils buchhalterisch zu erklären.
Alpiq
Das Logo von Alpiq am Hauptsitz in Olten. (Keystone/Urs Flueeler) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Im ersten Halbjahr machte der Energiekonzern Alpiq einen Verlust.
  • Die Auswirkungen des Russland-Krieges prägen die Energiemärkte extrem.

Alpiq hat im ersten Halbjahr einen hohen Verlust gemacht. Dieser ist hauptsächlich buchhalterisch bedingt – durch die starken Turbulenzen an den Energiemärkten. Operativ sieht es beim Energiekonzern ganz anders aus.

Der Ukraine-Krieg habe die Energiemärkte in ihren Grundfesten erschüttert, verkündet die Alpiq am Donnerstag. Die Auswirkungen würden den Markt in noch nie dagewesenem Ausmass prägen, heisst es weiter. «Innert weniger Monate hat sich die Energiewelt dramatisch verändert.»

Die «extremen» Preissteigerungen an den Energiemärkten hätten zu einem deutlich höheren Umsatz geführt. Der Nettoumsatz der Gruppe explodierte auf 6,0 Milliarden Franken nach 2,7 Milliarden im Vorjahr.

Gleichzeitig musste Alpiq wegen der Preisanstiege und der «aussergewöhnlichen Volatilität» deutlich höhere Sicherheitszahlungen für die abgesicherte Stromproduktion leisten. Diese Sicherheiten sind vorübergehender Natur und fliessen bei Vertragserfüllung vollständig zurück.

Im Ergebnis nach dem Rechnungslegungsstandard IRFS widerspiegeln sich auch mögliche Verluste. Sollte für bereits im Voraus verkauften Strom wegen Ausfällen von Kraftwerken am Markt Ersatz beschafft werden müssen. Im jetzigen Umfeld wäre das extrem teuer.

Blick auf die Zukunft der Alpiq

Unter dem Strich blieb nach den ersten sechs Monaten daher ein Minus auf Stufe Betriebsergebnis (EBITDA) von 566 Millionen. Sowie ein Verlust von 592 Millionen nach einem Plus von 16 Millionen im Vorjahreszeitraum. In diesem äusserst turbulenten Umfeld sei es Alpiq gelungen, die operative Performance deutlich zu verbessern, so der Stromproduzent. Das bereinigte EBITDA erreichte im ersten Halbjahr 114 Millionen Franken nach 83 Millionen, was einem Plus von 37 Prozent entspricht.

Mit Blick in die Zukunft halten die verschiedenen Unsicherheiten indes an: «Das Damoklesschwert eines Gaslieferstopps schwebt nach wie vor über Europa und treibt die Preise weiter in die Höhe», heisst es. Für den kommenden Winter drohe eine Gasmangellage und gleichzeitig auch eine Strommangellage, weil in Frankreich zahlreiche Kernkraftwerke stillstehen.

Aufgrund einer «dynamischen» Marktentwicklung erwarte man für das Gesamtjahr 2022 eine positive Weiterentwicklung auf Stufe bereinigtes EBITDA. Allerdings unterliege das Portfolio von Alpiq weiterhin ausserordentlich starken Wertschwankungen. Die Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (STENFO) könnten möglicherweise eine negative Jahresperformance aufweisen. Daher könne das Unternehmen für das laufende Jahr nicht mit Sicherheit mit einem positiven IFRS-Reinergebnis rechnen.

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