National League – «Overtime»: Das sind die Gewinner der Quali
Die Regular Season der National League neigt sich dem Ende zu. Hockey-Experte Nicola Berger kürt in der «Overtime» die Gewinner des Winters.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 9. März endet die Qualifikation der National League.
- In einer zweiteiligen Bilanz kürt Experte Nicola Berger die Gewinner und Verlierer.
- Im ersten Akt die sieben Sieger.
Erik Brännström (SWE), 26, Verteidiger, Lausanne HC
Neun Jahre nach Jonas Junland wird Lausanne wieder den produktivsten Verteidiger der Liga stellen. Brännström hat grossen Anteil daran, dass Lausanne mit einer Erfolgsquote von 25 Prozent eines der besten Powerplays der National League stellt, sein Spielwitz ist unerreicht.

Aber: Er allein vermag die durch die Abgänge von Lukas Frick (nach Davos) und Andrea Glauser (zu Gottéron) entstandenen Lücken in der Abwehr nicht zu schliessen. Ist Lausannes junge Defensive wirklich gut genug, damit dieses Team zum dritten Mal in Folge den Final erreichen kann? Die Qualifikation hat daran Zweifel genährt.
Davide Fadani (ITA), 25, Torhüter, EHC Kloten
Was sagt es über das Schweizer Eishockey und das Scouting in der National League aus, wenn einer fünf Jahre lang in der Swiss League praktisch null Beachtung findet und dann bei der ersten Gelegenheit in der National League besser spielt als sein arrivierter Konkurrent?
Das Talent von Fadani war bekannt, aber erst in Kloten hat er eine echte Chance erhalten – und prompt war der italienische Olympiateilnehmer der beste Transfer des Jahres des aufstrebenden Sportchefs Ricardo Schödler.

Er ist nicht der einzige junge Torhüter, der in der Swiss League Anlauf nahm und jetzt in der National League überzeugt: Auch Robin Meyer, 2024/25 Der Meistergoalie des EHC Visp, hält bei den SCL Tigers stark.
Eigentlich ist es schade, fehlt Kloten der Mut, ab der kommenden Saison voll auf Fadani zu setzen: Von Gottéron kommt bekanntlich der 39 Jahre alte Reto Berra.
Anders Olsson (SWE), 50, Trainer, HC Thurgau
Was macht ein Swiss-League-Coach in dieser Auflistung? Das ist schnell erklärt. Unter dem Schweden, einst Nachwuchstrainer in Davos und Assistenztrainer in Biel, ist die Güttingersreuti zu einer Art Wallfahrtsort für Talente geworden: Diverse NL-Teams schicken ihre Perspektivspieler nach Thurgau, um sie von Olsson veredeln zu lassen.
Zuletzt etwa Servette mit dem Stürmer Simas Ignatavicius, der im Sommer für Litauen im NHL-Draft Geschichte schreiben wird. Olsson hat viele unkonventionelle Herangehensweisen und Ideen.

Thurgau gibt etwa jeden Spieler für die National League frei, auch an eigenen Spieltagen – Die persönliche Weiterentwicklung steht über striktem Resultatdenken.
Im Cup liess Olsson seinen jungen Assistenten coachen, weil er findet, dass auch Trainer gefördert werden sollten. Trotz 40 eingesetzten Spielern und zuletzt schwierigen Wochen hat Thurgau die Qualifikation auf Platz 2 abgeschlossen, Es ist das beste Ergebnis seit mehr als zwei Jahrzehnten. Wann erhält dieser Coach die Chance, ein National-League-Team zu übernehmen?
Zach Sanford (USA), 31, Center, HC Lugano
Der Sportchef eines anderen NL-Teams sagt über ihn: «Wir suchen immer nach Speed und Skills. Aber er zeigt mir, wie viel man mit einem überragenden Hockey-IQ kompensieren kann. Er ist ein Volltreffer».
Das sah auch der HC Lugano so, der bei der Ausländerselektion zuletzt wenig Fortune hatte: Der Vertrag des Stanley-Cup-Champions von 2019 wurde vorzeitig bis 2028 verlängert. Generell ist Lugano einer der Gewinner dieser Qualifikation.

Die Spielweise gemahnt an die ersten Jahre der Rapperswil-Jona Lakers unter dem Coach Stefan Hedlund, der nun in Lugano als «Associate Head Coach» wirkt: Lugano spielt ähnlich aufsässig und aggressiv. Verfügt aber für sehr viel mehr Qualität als die Lakers damals (und heute).
Matej Stransky (CZE), 32, Flügel, HC Davos
Der unwiderstehlichste Spieler der Liga hat gute Chancen, Liga-Topskorer und Meister zu werden. Er und der Coach Josh Holden – der eigentlich einen eigenen Eintrag verdient hätte – führen den HCD souverän zum ersten Qualifikationssieg seit 2011.
Gewiss ist es ein gutes Omen, dass Davos damals Meister wurde. Für Stransky wird es vorerst die letzte Gelegenheit sein, hier den Titel zu holen.

Funktionäre aus der National League erzählen mit viel Überzeugung, dass er sich aus familiären Gründen Dynamo Pardubice anschliessen wird – die Familie ist bereits in die Heimat zurückgekehrt.
Der tschechische Liga-Krösus gehört einem Milliardär und verfügt über praktisch unerschöpfliche finanzielle Mittel – schon Roman Cervenka wurde von diesem Klub vergoldet.
Pardubice hat nur knapp 100‘000 Einwohner, wird bald aber die grösste Eishockeyarena Europas verfügen.
Jussi Tapola (FIN), 51, Trainer, HC Ambri-Piotta
Die Wege des SC Bern sind unergründlich. Da baut das Management um den Sportdirektor Martin Plüss mehr als zwei Jahre lang die Mannschaft nach den Visionen und Forderungen von Jussi Tapola um. Und entlässt diesen dann trotzdem bei der ersten Gelegenheit. Trotz praktisch durchs Band exzellenten Advanced Stats.

Der SCB ist ohne Tapola keinen Schritt vorwärts gekommen und hat gerade die nächste umfangreiche Rekonstruierung hinter sich gebracht. Dieser Coach hat den SCB einmal auf Platz 3 und einmal auf Rang 5 geführt, von solchen Sphären wirkt der Klub aktuell weit entfernt.
Tapola ist inzwischen in Ambri gelandet. Der Klub scheint sich darauf versteift zu haben, ab 2026/27 wieder einen Schweizer Cheftrainer zu beschäftigen. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe ist?
Gerd Zenhäusern, 53, Sportchef, Fribourg-Gottéron
Die Entlassung von Christian Dubé im Sommer 2024 warf hohe Wellen. Inzwischen lässt sich sagen, dass der Klub sich vom langen Schatten Dubés emanzipiert hat.
Gottéron ist ein ernsthafter Meisterkandidat und feiert auf dem Transfermarkt einen Sieg nach dem anderen – es ist auffallend, wie viele junge Hoffnungsträger sich für Gottéron als Arbeitgeber entscheiden (Biasca, Johnson, Reber, Taibel).

Auch die Resultate geben Zenhäusern recht – Gottéron ist Zweiter. Wobei nicht ganz alles in Minne zu sein scheint: Mit seinem «My Way or the Highway»-Hat sich der machtbewusste Coach Roger Rönnberg nicht nur Freunde gemacht.
Der unfreiwillig aus dem Amt scheidende Athletiktrainer Simon Holdener fand in den Lokalmedien ungewohnt deutliche Worte: «Rönnberg will Volumen, Volumen, Volumen, sehr viel Training. Als gestandener Athletikcoach mit 16 Jahren Berufserfahrung kann ich nicht zu allem Ja und Amen sagen.»
Zum Autor
Nicola Berger berichtet seit über einem Jahrzehnt über das Geschehen rund um das Eishockey. Seit Neuestem schreibt er im Format «Overtime» über die National League und die Hockey-Nati.
| National League - National League - Regular Season (25.02.2026) | Sp | S | N | Tore | Pkt | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() | 47 | 35 | 12 | 173:111 | 105 | |
| 2. | ![]() | 48 | 34 | 14 | 158:114 | 91 | |
| 3. | ![]() | 47 | 26 | 21 | 134:106 | 83 | |
| 4. | ![]() | 47 | 26 | 21 | 142:109 | 82 | |
| 5. | ![]() | 47 | 26 | 21 | 137:137 | 77 | |
| 6. | ![]() | 47 | 27 | 20 | 140:120 | 77 | |
| 7. | ![]() | 47 | 23 | 24 | 129:140 | 70 | |
| 8. | ![]() | 47 | 21 | 26 | 115:133 | 67 | |
| 9. | ![]() | 47 | 23 | 24 | 107:112 | 65 | |
| 10. | ![]() | 47 | 20 | 27 | 132:129 | 64 | |
| 11. | ![]() | 47 | 22 | 25 | 128:149 | 61 | |
| 12. | ![]() | 47 | 17 | 30 | 106:128 | 55 | |
| 13. | ![]() | 47 | 18 | 29 | 117:160 | 54 | |
| 14. | ![]() | 48 | 12 | 36 | 98:168 | 39 | |
| National League - National League - Regular Season (25.02.2026) | Sp | Pkt | ||
|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() | 47 | 105 | |
| 2. | ![]() | 48 | 91 | |
| 3. | ![]() | 47 | 83 | |
| 4. | ![]() | 47 | 82 | |
| 5. | ![]() | 47 | 77 | |
| 6. | ![]() | 47 | 77 | |
| 7. | ![]() | 47 | 70 | |
| 8. | ![]() | 47 | 67 | |
| 9. | ![]() | 47 | 65 | |
| 10. | ![]() | 47 | 64 | |
| 11. | ![]() | 47 | 61 | |
| 12. | ![]() | 47 | 55 | |
| 13. | ![]() | 47 | 54 | |
| 14. | ![]() | 48 | 39 | |






























