«Gehört nicht ins Wallis»: Elon Musk spaltet mit Starlink Leuk

    Andrea Schüpbach
    Andrea Schüpbach

    Oberwallis,

    Der reichste Mann will in Leuk VS eine neue Antennen-Station für sein Starlink-Internet bauen. Elon Musk hat im Bergdorf viele Kritiker – aber auch Fans.

    leuk Elon Musk
    Elon Musk möchte in Leuk eine neue Bodenstation errichten, um das Netzwerk zu erweitern. Schon heute stehen oberhalb des Dorfes mehrere Satellitenschüsseln, die mit älteren Satelliten kommunizieren. - SRF Rundschau

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Walliser Bergdorf Leuk sollen 40 neue Kugel-Antennen aufgestellt werden.
    • Ein Bergbauer erzählt, dass er froh ist um Starlink. Nur dank Musk habe er Internet.
    • Andere kritisieren die Pläne. Etwa wegen der Strahlung oder der Daten.

    «Das gehört nicht ins Wallis» vs. «Das bringt uns Geld». Sogar an der Dorf-Fasnacht geht es plötzlich um Weltpolitik ...

    Leuk steht im Zentrum einer kontroversen Debatte. Elon Musks plant für sein Starlink-Internet eine grosse Antennenanlage. Das sorgt für heftige Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern, wie die SRF «Rundschau» berichtet.

    Elon Musk
    Elon Musk ist auch an der Dorf-Fasnacht in Leuk omnipräsent. - SRF Rundschau

    Schäfer hat nur dank Elon Musk Internet

    Da gibt es auf der einen Seite etwa Schäfer Alwin Meichtry. Er züchtet Schwarznasenschafe in abgelegener Lage. Den Winter verbringt er mit seinen Tieren im Weiler Lichten oberhalb des Dorfes.

    Seit seine Herde von einem Wolf angegriffen wurde, ist für ihn klar: Er muss und will seine Schafe permanent überwachen können.

    Dafür nutzt Meichtry bereits heute die Starlink-Technologie von Elon Musk. Das Satellitennetzwerk versorgt entlegene Gebiete mit Internet.

    «Auf meiner Alp habe ich keinen Handyempfang. Um die Daten meiner Schafe zu empfangen, brauche ich Starlink», erklärt der Schäfer.

    Alternative Lösungen sieht er keine. «Ich brauche die Technik, um meinen Schafen Sicherheit zu geben. Sonst müsste ich im Zelt oben bei ihnen schlafen.»

    «Wir sind die Versuchskaninchen»

    Schon heute stehen oberhalb des Dorfes Satellitenschüsseln. Diese kommunizieren mit älteren Satelliten. Musks geplante Anlage soll 40 neue Kugelantennen umfassen.

    Hanna Schnyder-Etienne
    Hanna Schnyder-Etienne ist eine der Kritikerinnen von Elon Musks Starlink-Plänen in Leuk. - SRF Rundschau

    Kritiker beunruhigt das. «Ich bin konsterniert. Durch die Anlage würde Elon Musk eine unglaubliche Macht erhalten», sagt Hanna Schnyder-Etienne.

    Die langjährige Dorfärztin hat gemeinsam mit Kollege Roman Kuonen Beschwerde gegen das Baugesuch eingereicht.

    «Es geht um Macht und Geld, und wir sind die Versuchskaninchen», so Kuonen deutlich zum Vorhaben. Die beiden Mediziner befürchten neben Strahlenrisiken auch eine problematische Abhängigkeit.

    Würde es dich beunruhigen, wenn Musk in deinem Wohnort Antennen aufstellt?

    Besonders die Kontrolle über die Daten bereitet den Beschwerdeführern Sorgen. «Die Schweiz hat keinen Zugriff auf die Daten, die Starlink transportiert», betont Schnyder-Etienne. Diese Abhängigkeit von einem ausländischen Technologie-Konzern sehen sie kritisch.

    Der Einfluss von Starlink zeige sich bereits im Ukraine-Krieg deutlich. «Was passiert mit unserer Neutralität und unserer Sicherheit? Es muss eine nationale Diskussion geben», fordert Schnyder-Etienne. Sie kritisiert auch die Haltung der Bundesregierung scharf.

    Elon Musk
    Elon Musk versorgt mit Starlink entlegene Gebiete mit Internet – auch einige Leute in Leuk profitieren. - keystone

    Der Bundesrat hat bereits eine Versuchskonzession für Starlink in der Schweiz erteilt. Neue Satellitennetzwerke würden begrüsst, schrieb die Regierung auf eine Interpellation. «Für mich steckt der Bundesrat den Kopf in den Sand», kritisiert Kuonen diese Haltung.

    «Wir können das nicht aufhalten»

    Schäfer Meichtry hält Widerstand für aussichtslos. «Wir können das nicht aufhalten, dafür sind wir zu wenig stark.» Für ihn steht die praktische Nutzung im Vordergrund.

    Die Beschwerde gegen das Baugesuch liegt derzeit beim Kanton Wallis. Starlink hat im Herbst eine eigene Niederlassung in der Schweiz gegründet. Die geplanten Antennen sollen von der Signalhorn AG betrieben werden.

    Beide Unternehmen lehnten Interviews mit der SRF «Rundschau» ab.

    Kommentare

    User #5196 (nicht angemeldet)

    Neutrale Schweiz sollte das nicht zulassen. Im Kriegsfall wird unser Land wegen den Sateliten.... angegriffen! Was soll das?

    User #6263 (nicht angemeldet)

    Vielleicht ist es gut, wenn mal etwas nicht ins Wallis gehört.

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