Grünes Licht für die Lufthansa-Rettung. Die Aktionäre der deutschen Airline haben das milliardenschwere Hilfspaket durchgewunken.
Lufthansa
Lufthansa und MSC haben sich für ein Angebot zusammengeschlossen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Aktionäre der Lufthansa-Gruppe akzeptieren das Hilfspaket.
  • Damit dürfte auch die Nothilfe des Bundesrats an die Swiss fliessen.

Die Aktionäre der Lufthansa haben an der Hauptversammlung dem mit der deutschen Regierung ausgehandelten Hilfspaket zugestimmt. Das neun Milliarden Euro schwere Paket soll die Airline vor der Pleite retten.

Nach Angaben der Lufthansa waren bei der Hauptversammlung 39,0 Prozent des Grundkapitals vertreten. 98 Prozent des anwesenden Kapitals hätten für die Annahme der Beschlussvorlage gestimmt - deutlich mehr als die notwendige Zweidrittelmehrheit.

Entscheidend war das Votum von Grossaktionär Heinz Hermann Thiele. Dieser hatte allerdings bereits gestern Abend angekündigt, der Vorlage zustimmen zu wollen. Mit seinem Aktien-Paket von 15,5 Prozent hätte er den Deal abschiessen können.

Ferien
Doch die nächsten Ferien sind bei vielen schon geplant: Die Fluggesellschaft Swiss etwa rechnet mit einer «sehr hohen» Nachfrage. - Keystone

Thiele hatte den Rettungsplan vor allem kritisiert, weil er gegen den Staatsanteil von einem Fünftel an der Airline ist. Das Paket umfasst zudem einen vierjährigen Kündigungsschutz und ein Sparprogramm von einer halben Milliarde Euro bis 2023. Die Airline wird damit kleiner sein als vor der Krise.

OK von EU-Kommission am Morgen

Am Morgen hatte bereits die EU-Kommission dem Rettungsplan zugestimmt. Als Bedingung setzten die Wettbewerbshüter durch, dass Lufthansa in München und Frankfurt jeweils 24 Start- und Landerechte an Wettbewerber abgeben muss.

Die zuständige Kommissionsvizepräsidentin Margrethe Vestager erklärte dazu: «Dadurch erhalten konkurrierende Luftverkehrsunternehmen die Möglichkeit, in diese Märkte einzutreten, wodurch faire Preise und eine grössere Auswahl für die europäischen Verbraucher gewährleistet werden.» Konkurrent Ryanair reichte dennoch eine Klage gegen die Beihilfe an.

Freude bei der Swiss

Der Schweizer Bundesrat hatte bereits Anfang Mai der Lufthansa-Tochter Swiss und ihrer Schwester Edelweiss eine Nothilfe von 1,2 Milliarden Franken in Aussicht gestellt. Dieses Geld liegt bereit, ist aber aufgrund der Verzögerungen in Deutschland noch nicht geflossen.

Swiss Dieter Vranckx
Thomas Klühr, Chef der Schweizer Fluggesellschaft Swiss. - Keystone

Bei den Schweizer Lufthansa-Töchtern Swiss und Edelweiss kommt der an der Hauptversammlung gefällte Entscheid gut an. Swiss und Edelweiss begrüssten den Aktionärsentscheid zu den notwendigen Kapitalmassnahmen, heisst es in einer kurzen Stellungnahme dazu. Damit sei die Liquidität gesichert.

«Der heutige Entscheid der Aktionäre gibt uns Planungssicherheit, um die Wiederaufnahme des Flugbetriebs weiter voranzutreiben und die Anbindung der Schweiz an die Welt sicherzustellen», wird Swiss-Chef Thomas Klühr zitiert. Nun werde man mit der Lufthansa sowie den jeweiligen Behörden die nächsten Schritte planen. Danach würden die ersten Kredite an die Swiss ausbezahlt.

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