Die Schweiz ist zu trocken. Obwohl das Wetter in den nächsten Tagen nasser wird, kann der Regen der derzeitigen Dürre wenig anhaben, sagt eine Expertin.
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Rund um den Sihlsee bei Euthal im Kanton Schwyz ist es am Donnerstag, 16. April 2020, so trocken wie selten in den letzten Jahren. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wie bereits im Frühling herrscht in der Schweiz erneut Trockenheit.
  • Der vorhergesagte Regen kann wenig ausrichten, sagt eine Expertin.
  • Stattdessen bräuchte es «mehrere Tage verbreitete Niederschläge».

Eine aussergewöhnliche Hitzewelle hatte die Schweiz in den vergangenen Tagen fest im Griff: Am Wochenende stieg das Thermometer mancherorts auf über 35 Grad. Nicht nur für Menschen können die Temperaturen belastend sein.

Auch die Natur leidet unter dem fehlenden Niederschlag und der fehlenden Abkühlung. Mit Konsequenzen für Mensch und Tier.

Denn vielerorts sind die Böden und Gewässer zu trocken. Tiere verenden, und Ernten gehen ein. Daneben hält die Gefahr vor Waldbränden an. Sie wird vielerorts als «erheblich» eingestuft.

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Fast die ganze Schweiz ist von einer Waldbrandgefahr betroffen.
Ein Schild im Bremgartenwald in Bern weist auf die Waldbrandgefahr hin (Archiv).
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In den kommenden Tagen soll es regnen.

Linderung verspricht ein Blick auf die Wetterkarte. In den kommenden Tagen soll Regen fallen.

Es braucht «mehrere Tage verbreiteten Niederschlag»

Doch kann das vorhergesagte nasse Wetter an der gegenwärtigen Lage überhaupt etwas ändern?

Nur bedingt, denn: «Der Regen hilft, dass die Trockenheit sich nicht ganz so schnell verstärkt. Er wird aber nicht für eine markante Entspannung der Situation sorgen», sagt Livia Calonder, Expertin bei «MeteoNews» gegenüber Nau.ch.

Stattdessen bräuchte es «mehrere Tage verbreiteten Niederschlag». Denn die Trockenheit sei bereits seit Längerem herausfordernd: «In der Schweiz war es schon im Frühling zu trocken.»

Wetter: Gewitter helfen bei lokalen Niederschlagsdefiziten

Besonders trocken sei das Tessin, wo bereits im Winter zu wenig Regen gefallen sei. «Die grössten Defizite hat es aber auch in der Westschweiz, im Jura sowie den Berner und Luzerner Voralpen», ergänzt Calonder. So seien in der Westschweiz im Mai verbreitet nur 30 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge gefallen.

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Der Lago Maggiore im Tessin wies bereits im Februar einen tiefen Wasserstand auf. Der Grenzsee speist den italienischen Fluss Po.
Im Wallis werden die Felder bewässert.
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Rund um den Sihlsee bei Euthal im Kanton Schwyz ist es am Donnerstag, 16. April 2020, so trocken wie selten in den letzten Jahren.
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Die Trockenheit bedroht die Landwirtschaft.

Die Wetter-Expertin weiss: «Um das Defizit aufzuholen, bräuchte es eine längere Periode, während der immer wieder etwas Niederschlag fällt.»

Denn: «Fällt zu viel Regen auf einmal, können das die Böden nicht aufnehmen, und das Wasser fliesst wieder ab.» Und auch Gewitter können nicht viel ausrichten. Diese würden lediglich helfen, lokale Niederschlagsdefizite zu verringern, sagt die Expertin.

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