Wegen Iran-Krieg: In Zürich planen Firmen schon für Kurzarbeit
Die Eskalation im Iran-Krieg trifft die Schweizer Reise- und Flugbranche. In Zürich gibt es schon erste Voranmeldungen für Kurzarbeit.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran-Krieg hat auch Auswirkungen auf den Tourismus in der Schweiz.
- In Zürich sind 4 Voranmeldungen für Kurzarbeit im Zusammenhang mit dem Krieg eingegangen.
- Die gesamte Schweizer Reisebranche ist besonders stark betroffen.
Vor eineinhalb Wochen brach der Iran-Krieg aus. Die Folgen davon bekommen auch verschiedene Schweizer Unternehmen zu spüren.
«Der Krieg im Iran betrifft die gesamte Schweizer Reisebranche», sagt Elisha Nicolas Schuetz, Sprecherin des Schweizer Reise-Verbands.
Dem nationalen Verband gehören Hunderte Mitglieder an. Darunter auch die Reise-Riesen DerTour (Kuoni, Hotelplan, Helvetic Tours), Globetrotter, oder Tui.
Besonders stark betroffen seien Veranstalter mit Angeboten im Nahen Osten sowie Fluggesellschaften.
Was das konkret bedeutet? Das zeigt sich etwa in Zürich.
Zürcher Firmen planen schon für die Kurzarbeit
Fabian Boller vom Amt für Arbeit (AFA) bestätigt gegenüber Nau.ch, dass bereits vier Voranmeldungen für Kurzarbeit im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg eingegangen seien. «Betroffen ist die Flug- und Reisebranche.»
Voranmeldungen für Kurzarbeit? Dabei handelt es sich um einen Schritt, den jedes Unternehmen machen muss, bevor es Entschädigungen gibt.
Nach der Voranmeldung prüft das AFA, ob ein Anspruch besteht. Erhält der Betrieb eine Bewilligung? Dann muss er den tatsächlichen Arbeitsausfall nach Ablauf des jeweiligen Monats innerhalb von drei Monaten bei der Arbeitslosenkasse geltend machen. «Die Kasse zahlt dann die Entschädigung an den Arbeitgeber aus.»
Swiss und Edelweiss kommen ohne Kurzarbeit aus
Welche Unternehmen aus der Flug- und Reisebranche es betrifft, das ist unklar. Swiss und Edelweiss verneinen gegenüber Nau.ch, dass dies bei ihnen ein Thema sei.
«Abgesehen von den beiden Destinationen Dubai und Tel Aviv läuft unser Flugbetrieb grundsätzlich normal», sagt etwa Swiss-Mediensprecher Michael Pelzer.
Schuetz vom Schweizer Reiseverband geht aktuell nicht davon aus, dass die Zahl der Kurzarbeit-Voranmeldungen stark zunehmen wird. «Schweizerinnen und Schweizer werden weiterhin Ferien buchen, weichen jedoch möglicherweise auf andere Destinationen aus.»
Das kann sich aber ändern. «Sollte der Konflikt länger andauern oder sich weiter ausweiten, ist es möglich, dass einzelne Unternehmen zusätzliche Massnahmen prüfen müssen. Darunter auch Kurzarbeit.»
In Bern «nicht ausgeschlossen», Wallis bereit
Ein Thema ist Kurzarbeit nicht nur in Zürich. Aus Bern sagt Marco Prause vom Amt für Arbeit: «Es ist sicherlich nicht ausgeschlossen, dass sich Unternehmen zumindest über die Möglichkeit einer Kurzarbeitsentschädigung bei uns informieren werden.»
Im Wallis macht man sich auf Kurzarbeits-Anträge gefasst. «Es ist damit zu rechnen, dass insbesondere energieintensive sowie exportorientierte Branchen auf Kurzarbeitsentschädigung zurückgreifen werden.»
Iran-Krieg kein Kurzarbeit-Freifahrtsschein
Bei der Walliser Dienststelle für Industrie, Handel und Arbeit hebt man sogleich den Warn-Finger: Militärische Interventionen und deren wirtschaftliche Auswirkungen erachte man als aussergewöhnlich und nicht zum Betriebsrisiko gehörend.
Aber: Ein genereller Verweis auf den Iran-Krieg würde nicht für Entschädigungen ausreichen. «Vielmehr müssen die Betriebe glaubhaft darlegen, weshalb die zu erwartenden Arbeitsausfälle auf den Konflikt zurückzuführen sind.»
Ein sogenannter Kausal-Zusammenhang also, kombiniert mit den übrigen Anspruchs-Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeits-Entschädigung, die erfüllt sein müssen.
Die Direktion der Abteilung Wirtschaft im Tessin lässt verlauten, dass es noch zu früh sei für eine Beurteilung. Kurzarbeits-Beantragungen würde man aber wie üblich einzeln prüfen.
Im Kanton Graubünden ist man froh, dass fernöstliche Länder nur einen geringen Anteil der Winter-Touristen ausmachen. Man rechne nicht mit einem baldigen Einbruch.
An Schweizer Touri-Hotspots gibt es Stornierungen
Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, spricht derweil von der «schwersten Störung des Flugverkehrs im Mittleren Osten seit der Pandemie». Das berichtete Nau.ch vergangene Woche.
Dies hat auch Auswirkungen auf Touri-Hotspots in der Schweiz, es gibt Stornierungs-Wellen. So zum Beispiel auf der Rigi, dem Titlis oder in Hotels in der Stadt Luzern.

















