Wegen Corona: Zuwanderung in der OECD um einen Drittel gesunken

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Frankreich,

    In der OECD wollten sich 2020 weniger Menschen niederlassen als in den Jahren zuvor. In die Schweiz, wo der Rückgang gering war, kommen meist Hochqualifizierte.

    Zuwanderung
    Laut einer Befragung wünscht sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine Beschränkung der Zuwanderung. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Zuwanderung in die OECD-Länder ist wegen Corona stark zurückgegangen.
    • Hierzulande tragen die Einwanderer pro Person mehr zum Staatshaushalt bei als Schweizer.
    • Die OECD erwartet einen Anstieg der Immigration in den nächsten Jahren.

    Rund 3,7 Millionen Menschen wanderten 2020 dauerhaft in OECD-Länder ein. Dies ist ein Rückgang von einem Drittel und die niedrigste Zahl seit 2003. Diese Zahlen präsentierte OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig. Der Rückgang ist auf die Pandemie und die Einschränkungen gegen das Coronavirus zurückzuführen.

    In der Schweiz ging die Zahl der Migranten weniger stark zurück als in den anderen Ländern. Dies liegt laut der Studie daran, dass ein Grossteil der Personen aus den Nachbarsländern oder anderen Staaten mit Personenfreizügigkeit kamen. Die Zahl der Asylanträge in der Schweiz ging um 22,5 Prozent zurück, in der gesamten OECD gar um 31 Prozent.

    Corona Zuwanderung
    Wegen des Coronavirus waren viele Grenzübergange zwischenzeitlich geschlossen. - Keystone

    Der Nettofiskalbeitrag beschreibt das Verhältnis aller Einnahmen wie Steuern gegenüber aller Ausgaben wie Sozialleistungen einer Person. Dadurch ist ersichtlich, ob Immigranten Kosten verursachen oder zum Staatshaushalt beitragen. Über alle OECD-Länder betrachtet, ist letzteres der Fall.

    Die Immigranten in der Schweiz gehören zu jenen mit dem grössten Beitrag. Er ist gar 15 Prozent höher als jener der in der Schweiz Geborenen. Dies liege daran, dass viele Einwanderer in die Schweiz eine hohe Qualifikation haben, so der OECD-Experte Liebig.

    Nach dem Rückgang erwartet die OECD nun wieder einen deutlichen Anstieg der Migration.

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