Die deutschen Grossstädte sind im Pandemie-Jahr 2020 erstmals seit Jahren nicht mehr gewachsen.
Menschen am Landwehrkanal in Berlin
Menschen am Landwehrkanal in Berlin - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Höchster Wanderungsverlust seit dem Jahr 2011.

Die Zahl der Menschen in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern sankt gegenüber dem Vorjahr sogar leicht um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Unter dem Strich erlebten die kreisfreien Grossstädte mit einem Wanderungsdefizit von rund 110.000 Menschen den höchsten Bevölkerungsverlust durch Inlandsumzüge seit 2011.

Ende 2020 lebten knapp 24,5 Millionen Menschen in kreisfreien Grossstädten. Das waren rund 29,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Ende 2011 lag dieser Anteil noch bei 28,7 Prozent. Seit 2011 war die Bevölkerung in kreisfreien Grossstädten durchschnittlich um 0,7 Prozent pro Jahr gewachsen.

Dieser Trend setzte sich nun nicht fort. Im Jahr 2020 waren sowohl die Umzüge innerhalb Deutschlands - die sogenannte Binnenwanderung - als auch Zu- und Fortzüge aus dem beziehungsweise in das Ausland rückläufig.

Seit 2011 war das Bevölkerungswachstum von Grossstädten über 100.000 Einwohner hauptsächlich auf Zuwanderung aus dem Ausland zurückzuführen. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Zuzüge aus dem Ausland bei rund 452.000 und die Zahl der Fortzüge ins Ausland bei 361.000 - im Vergleich zum Jahr 2019 sank die Nettozuwanderung von aussen damit von 148.000 auf rund 91.000. Es kamen vor allem weniger 18- bis 35-Jährige aus dem Ausland.

Zudem gab es weniger Umzüge innerhalb Deutschlands. So gab es in kreisfreien Grossstädten im Corona-Jahr 2020 rund 855.000 Zuzüge und 965.000 Fortzüge. Im Vorjahr waren es noch 933.000 Zuzüge und 993.000 Fortzüge. Hier nahm vor allem der Zulauf der 18- bis 22-Jährigen, also im typischen Alter von Ausbildung und Studienstart, in die Grossstädte ab.

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