Walliser Baufirmen kassierten viel zu viel für Autobahn-Ausbau

    Laurin Zaugg
    Laurin Zaugg, Keystone-SDA

    Sierre,

    Seit 1999 wird die Autobahn A9 ausgebaut. Die Kosten haben sich im Bauverlauf verdoppelt – auch weil Baufirmen bei umstrittenen Rechnungen bevorzugt wurden.

    Autobahn
    Bauunternehmen kassierten beim Bau der A9 im Wallis wohl deutlich zu viel, wie ein Astra-Papier zeigt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Autobahn A9 zwischen Siders und Brig wird seit 1999 ausgebaut.
    • Der für den Ausbau geplante Kostenbetrag hat sich mittlerweile mehr als verdoppelt.
    • Gemäss dem Astra hat die Walliser Bauleitung die Bauunternehmen systematisch bevorzugt.

    Über ein halbes Jahrhundert ist es her, dass der Bau der A9 zwischen Siders und Brig beschlossen wurde. Doch noch immer ist das rund 30 Kilometer lange Teilstück der Autobahn nicht durchgehend befahrbar.

    In den über 25 Jahren Bauzeit seit Baustart 1999 haben sich die geplanten Kosten mehr als verdoppelt.

    Ursprünglich budgetierte man 2,1 Milliarden Franken für das Projekt. Mittlerweile rechnet die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) mit mindestens 5,1 Milliarden, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Mittverantwortlich dafür: Die Walliser Bauleitung.

    Die Bauleitung des Kantons Wallis hat sich nach Angaben des Bundes ab 2011 «systematisch» auf die Seite der Bauunternehmer gestellt. Das schreibt die Zeitung unter Berufung auf ein internes Papier des Bundesamts für Strassen (Astra)

    Am Beispiel des Baus des Riedbergtunnels wird sichtbar, wie die Bauleitung agierte. Während vor 20 Jahren noch mit 50 Millionen Franken gerechnet wurde, stiegen die Kosten mittlerweile auf rund 200 Millionen Franken. Dies unter anderem, weil der Hang oberhalb des Tunnels rutscht.

    11,81 Millionen Franken sind zu viel verrechnet worden

    Das Astra-Papier beschreibt das Projekt laut der Zeitung als «kritisches Projekt». Bei einer Überprüfung von Forderungen der Bauunternehmen seien 11,81 Millionen Franken zu viel verrechnet worden. Zudem gebe es ein «sehr hohes» Risiko von nicht entdeckten Zahlungen.

    Insgesamt könnten die Bauunternehmen zwischen 10 und 20 Millionen Franken zu hohe Rechnungen gestellt haben.

    Auf Anfrage der Zeitung habe die Walliser Bauleitung bestätigt, dass bezüglich des Riedbergtunnels Verhandlungen mit den Bauunternehmen laufen würden. Kommt keine Einigung zustande, müssten schlussendlich wohl Gerichte entscheiden.

    Kommentare

    User #2856 (nicht angemeldet)

    Mafia Firmen auf Kosten der Steuerzahlenden. Bei Crans Montana könnte es vielleicht ähnlich aussehen.

    User #4587 (nicht angemeldet)

    Wallis? Alles klar

    Weiterlesen

    Autobahnbau Oberwallis A9 Rückbau
    84 Interaktionen
    Beton hält nicht
    Albert Rösti PUN
    269 Interaktionen
    Nach Autobahn-Nein
    17 Interaktionen
    Baselbiet

    MEHR IN NEWS

    Kinder
    3 Interaktionen
    Bewegungsaktiv
    Gontenschwil AG
    Gontenschwil AG

    MEHR AUTOBAHN-AUSBAU

    a
    168 Interaktionen
    «Erhebliche Schwächen»
    Projekt Rheintunnel
    123 Interaktionen
    Showdown
    Wankdorf
    4 Interaktionen
    Kritik

    MEHR AUS SIERRE

    2 Interaktionen
    Leukerbad VS
    5 Interaktionen
    Sitten
    4 Interaktionen
    Sitten
    Brand Siders
    Siders VS