Verteidiger sieht keine Opfer in mutmasslichem Menschenhandelfall
Tendenziöse Ermittlungen, unglaubwürdige Opfer: Im Gerichtsfall um mutmasslich ausgebeutete Putzkräfte im Berner Oberland hat die Verteidigung am Dienstag ein völlig anderes Bild gezeichnet als die Anklage.

Die Staatsanwaltschaft habe sich vom Gefühl der Empörung leiten lassen und nicht von Fakten, kritisierte der Verteidiger der Hauptangeklagten. Man habe von Anfang an einen grossen Menschenhandelsfall zu konstruieren versucht und Beweise dafür gesucht mit fraglichen Mitteln.
Die Polizei habe den Frauen während der Ermittlungen mit einer Einreisesperre in den Schengenraum gedroht und so hätten die Frauen eben am Anfang gesagt, was die Polizei habe hören wollen.
Von Opfern wollte der Verteidiger nichts wissen. Die Frauen hätten genau gewusst, dass sie in Gstaad schwarz arbeiten würden, und das Geld gewollt.
Seine Klientin habe bei der Buchführung nicht alles richtig gemacht. Dafür sei sie auch mit einer bedingten Geldstrafe zu bestrafen. Vom Vorwurf des Menschenhandels sei sie freizusprechen.






