Chauffeur (39) rettet Mädchen (16) am Bahnhof Siders VS vor Suizid

    Karin Aebischer
    Karin Aebischer

    Sierre,

    Ein Mann greift beherzt ein, als sich ein Mädchen am Montag im Wallis das Leben nehmen wollte. Die 16-Jährige stand auf einer Fussgängerbrücke.

    Siders Bahnhof
    Der Vorfall ereignete sich am Bahnhof von Siders VS. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Mann schildert, wie er eine 16-Jährige davor bewahrte, von einer Brücke zu springen.
    • Der Vorfall ereignete sich am Bahnhof von Siders VS.
    • Er redete ihr gut zu – und konnte sie schliesslich im richtigen Moment in die Arme nehmen.

    Er müsse etwas loswerden, schreibt ein Walliser am späten Montagabend auf seinem Facebook-Account.

    Heute sei ihm etwas völlig Unwahrscheinliches passiert.

    «Als ich am Bahnhof von Sierre ankam, sah ich eine junge Frau am Rand der Brücke stehen. Im ersten Moment verstand ich die Situation nicht. Ich dachte an ein Video oder eine Inszenierung. Aber als ich näher kam, wurde mir klar, dass es echt war», schildert Julien Revey die Szene.

    Wie steht es um die Zivilcourage in der Schweiz?

    Revey ein 39-jähriger LKW-Fahrer. Er war laut «Le Nouvelliste» zum Zeitpunkt des Vorfalls mit dem Zug von Lausanne nach Hause nach Réchy VS unterwegs.

    Auf beiden Seiten der Fussgängerbrücke, die über die Gleise des Bahnhofs von Siders führt, standen gemäss Revey bereits Polizisten. Die 16-Jährige habe einen Abschiedsbrief dabei gehabt und sei in tiefer Not gewesen. Er habe das schwere Leid in ihren Worten gespürt.

    Leute haben applaudiert

    «Ich versuchte, sie zur Vernunft zu bringen, sie mit Worten zu beruhigen, aber es war sehr schwer.» Denn sie habe entschlossen gewirkt. Auf einmal sei der Moment gekommen, um einzugreifen. «Und ich zögerte nicht», so Revey in seinem Post.

    Er habe mit einem Polizisten einen Blick ausgetauscht und die junge Frau schliesslich packen und zu sich heranziehen können.

    Siders Bahnhof
    Der Vorfall ereignete sich am Montagabend gegen 18 Uhr am Bahnhof von Siders. (Archivbild) - keystone

    Von da an sei sie in Sicherheit gewesen. «Es war ein extrem intensiver Moment», so der Mann. Die Leute rundherum hätten applaudiert und auch die Polizei habe ihm gratuliert.

    Dennoch fühle er sich nicht als Held, sagt Revey der Zeitung. Er habe einfach etwas unternehmen müssen, so der Feuerwehrmann und Samariter-Ersthelfer.

    Er hoffe aufrichtig, dass die junge Frau nun psychologische Hilfe erhalte und man sie nicht im Stich lasse.

    Brauchst du Hilfe?

    Bist du selbst depressiv oder hast du Suizidgedanken? Dann kontaktiere bitte umgehend die Dargebotene Hand (www.143.ch). Unter der kostenlosen Hotline 143 erhältst du anonym und rund um die Uhr Hilfe.
    Die Berater können Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen. Auch eine Kontaktaufnahme über einen Einzelchat oder anonyme Beratung via E-Mail ist möglich.

    Hilfe für Suizidbetroffene: www.trauernetz.ch

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