Darum liegt Google Maps manchmal kreuzfalsch
In der Gemeinde Maggia lotst Google Maps Touristen – darunter den Rapper «Kollegah» – auf einen gefährlichen Weg. Nun erklärt der Tech-Riese die Gründe.

Das Wichtigste in Kürze
- In der Gemeinde Maggia kommen Touristen immer wieder auf den falschen Weg.
- Die Gemeinde meldete dies Google Maps, jedoch ohne Erfolg.
- Gegenüber Nau.ch erklärt Google, warum es zu Fehlern bei Wegen kommen kann. Und was zu tun ist.
Ein Tor versperrt den Durchgang – «Wanderweg zum Wasserfall geschlossen», steht auf einem Schild. Trotzdem sagt Google Maps: Weitergehen.
In der Tessiner Gemeinde Maggia irren Touristen immer wieder auf einen gefährlichen Weg-Abschnitt.
Die Gemeinde warnt aktiv mit Schildern, man soll nicht über die rechte Fluss-Seite zum Wasserfall «Cascata del Salto» wandern. «Google Maps ist falsch!» (Bild oben)
Das passiert immer wieder – auch prominenten Gästen.
Kollegah «begibt sich in Gefahr»
«Er begibt sich unnötig in Gefahr», warnte Luca Invernizzi von der Gemeinde. Die Worte sind an «Kollegah» (nennt sich nun Felix Blume) gerichtet. Der deutsche Skandal-Rapper malt heute auch Bilder und ist auf Inspirationsreise im Tessin. (Hier geht's zum Nau.ch-Artikel)
Google Maps lockt dennoch auf den Wanderweg. Die Tessiner Behörden suchten den Kontakt zum Tech-Riesen. «Ohne Erfolg», so Invernizzi.

Google Maps: So entstehen Weg-Fehler
Gegenüber Nau.ch nimmt nun die Schweizer Medien-Abteilung von Google Stellung. Man erklärt, warum es zu falschen Weg-Beschreibungen kommen kann.
Die Weg-Informationen würden von verschiedenen Quellen stammen. Ortschaften, Strassennamen, Grenzen oder Strassennetzwerke kommen einerseits von Drittanbietern und öffentlichen Quellen. Aber auch von Inputs von Nutzern.

Zu einzelnen Situationen wie jener in Maggia äussere man sich nicht im Spezifischen. «Im Allgemeinen bieten diese Quellen eine starke Basis für umfassendes und aktuelles Kartenmaterial.»
Doch man gibt Fehler zu: «Natürlich entstehen auch Ungenauigkeiten, welche von einer der verschiedenen Quellen herkommen können.»
Hier können falsche Wege gemeldet werden
Das Kartenmaterial werde regelmässig aktualisiert, allerdings variiere der Zeitaufwand. Sowohl Nutzer als auch öffentliche Stellen und Institutionen könnten fehlende Einträge melden. Letztere über das «Geo Data Upload Tool».
Dadurch könne der reguläre Update-Prozess «unter Umständen» beschleunigt werden. Und neue Routen «möglichst rasch» eingebunden werden, so Google weiter.
Maggia-Weg ist «seit Jahren» gesperrt
Es braucht aber Geduld, wie der Fall Maggia zeigt. Die Behörden sagen gegenüber Nau.ch, dass der Wanderweg «seit Jahren» gesperrt sei.
Auch in den Google-Rezensionen warnen Touristen potenzielle Besucher. «Folgen Sie nicht dem Weg auf Maps, sondern links rum an der Kirche vorbei!», schreibt jemand.
Andere: «Schöner Wasserfall – Achtung bei Google Maps, Wanderpfad dorthin ist irreführend!» – «Versuchen Sie nicht abzukürzen – Dort ist es wirklich gefährlich.»
Invernizzi stimmt den Kommentaren zu. «Der Wasserfall ist über die andere Seite über einen bequemen Wanderweg erreichbar.»


























