Coronavirus: Taskforce stellt 2G statt 3G zur Debatte

    Viele Länder wollen die Corona-Regeln verschärfen und 3G auf 2G hinunterstufen. Für Taskforce-Chefin Tanja Stadler ist dies auch in der Schweiz eine Option.

    Tanja Stadler Coronavirus
    Tanja Stadler, Präsidentin der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce des Bundes. - sda - KEYSTONE/PETER KLAUNZER

    Das Wichtigste in Kürze

    • Geht es nach der Taskforce des Bundes, ist auch hier 2G eine Option.
    • Heisst: Veranstaltungen könnten nur noch von Genesenen und Geimpften besucht werden.
    • Dies, sollte sich die Lage im Herbst verschärfen, wie Taskforce-Chefin Tanja Stadler sagt.

    Einzelne Städte in Deutschland und Österreich haben die 2G-Regel eingeführt. Heisst: Veranstaltungen, Clubs oder Restaurants können nur noch durch Genesene und Geimpfte besucht werden. Für Getestete gilt das Covid-Zertifikat nicht mehr.

    Auch in der Schweiz steht dies zur Debatte, wie Tanja Stadler, Leiterin der wissenschaftlichen Taskforece, gegenüber dem «Blick» verrät. Dies, sollte sich hierzulande die Lage verschärfen. Stadler begründet: «Bei Grossveranstaltungen kann es trotz 3G-Konzept zu grossen Ausbrüchen kommen, das haben wir im Sommer in den Niederlanden gesehen oder auch bei der EM.»

    Coronavirus
    Im Kanton Neuenburg müssen Personen künftig ein Corona-Zertifikat an Treffen mit mehr als zehn Personen vorweisen. - keystone

    Da Tests nie zu 100 Prozent sicher seien, sei, umso mehr Getestete vor Ort seien, auch das Risiko von Ausbrüchen umso grösser. Es gäbe verschiedene Optionen darauf zu reagieren. Entweder man verbiete Events, nehme eine Überlastung des Spitalwesens in Kauf oder aber man verschärfe die Regeln. «Das geht einerseits über Masken und Abstand oder andererseits über 2G statt 3G.»

    Impfstoff bald für Kinder unter 12

    Zudem äusserte sich Stadler zum Corona-Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren. Dieser dürfte bald auf den Markt kommen. Der Impfstoffhersteller Pfizer/Biontech habe vorläufige Daten für Fünf bis Elfjährige vorgelegt. Die Daten dürften bald zur Zulassung eingereicht werden.

    impfung coronavirus
    Ein Kind ist geimpft worden. - AFP

    Das Virus sei für Kinder zwar deutlich weniger gefährlich als für ältere Personen. Dennoch gebe es auch bei Kindern schwere Verläufe und Long Covid. Daher sollten Kinder wie die Eltern die Wahl haben, ob sie sich impfen lassen möchten oder nicht.

    Virus-Zirkulation werde im Herbst zunehmen

    Sie als zweifache Mutter werde ihre Kinder impfen lassen, sobald es zu einer Zulassung und Empfehlung der Heilmittelbehörde Swissmedic komme. Die Behörde und die Impfkommission prüften ja jeweils sehr sorgfältig, ob die Impfstoffe sicher, wirksam und zu empfehlen seien. Auf dieses Urteil verlasse sie sich.

    Sie hoffe, dass es nach den Herbstferien an den Schulen zu weniger grossen Ausbrüchen als im Sommer komme. Die Bevölkerung sei sensibilisiert und es gebe bei Reisen zusätzliche Einschränkungen für ungeimpfte Personen. Die Virus-Zirkulation werde mit dem Wechsel der Jahreszeit aber nicht ab-, sondern eher zunehmen.

    Weihnachten Coronavirus
    Ein Weihnachtsbaum. (Symbolbild) - dpa

    Und können Schweizerinnen und Schweiz in diesem Jahr normal Weihnachten feiern? Stadler meint dazu, es sehe für geimpfte und genesene Personen gut aus. Aber genaue Vorhersagen seien schwierig.

    Letztes Jahr sei pünktlich zu Weihnachten die erste Besorgnis erregende Variante Alpha aufgetaucht. Nun gebe es Delta.

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