Stiftung aus Winterthur ermöglicht Treffen mit Federer oder Papst

Die Stiftung Wunderlampe feiert in diesem Jahr ein Jubiläum. Wie Karin Haug-Bleuler dazu kam, die Stiftung mit Sitz in Winterthur vor 25 Jahren zu gründen.

Pamina und Joel lernen Roger Federer kennen.
Pamina und Joel lernen Roger Federer kennen. - zVg

Vor 25 Jahren erlebt Karin Haug-Bleuler erstmals die Wirkung eines tief ersehnten Wunsches. Das Gefühl, als dieser Traum in Erfüllung geht, liess die 54-Jährige nie mehr los. Der Glücksmoment bedeutet für sie den Anfang von etwas Grossem, wie Karin Haug-Bleuler im Gespräch mit der «Winterthurer Zeitung» erzählt.

«Ich nehme sehr viel Positives, auch aus ganz traurigen Momenten, nämlich: Wenn der Herzenswunsch in Erfüllung geht, dieser Glücksmoment, das Lachen, die strahlenden Augen von den Kindern und von der Familie. Daraus schöpfe ich immer wieder neue Kraft und neue Freude», sagt die Gründerin der Stiftung Wunderlampe mit Sitz in Winterthur.

Ein Vierteljahrhundert ist es her, seit Karin Haug-Bleuler ihrem Herzenswunsch nachging. Aus einem Schicksalsschlag in der eigenen Familie zog sie den Willen, betroffenen Menschen und deren Umfeld mit schönen Momenten zu bereichern.

«Ich nehme sehr viel Positives, auch aus ganz traurigen Momenten», sagt Karin Haug-Bleuler.
«Ich nehme sehr viel Positives, auch aus ganz traurigen Momenten», sagt Karin Haug-Bleuler. - pd

Klar war für den Herzensmensch ihre gefundene Berufung: Träume von beeinträchtigten oder schwerkranken Kindern und Jugendlichen in Realität umzusetzen.

Aus einer Intention wuchs eine schweizweite Stiftung mit sieben Mitarbeitenden, fünfzig Ehrenamtlichen und etlichen Gönnern. Bisher realisierte die Wunderlampe 3500 Wünsche. Das entspricht rund 180 bis 220 Erfüllungen pro Jahr.

Jeden zweiten Tag geht ein Wunsch in Erfüllung

«Martin ist auf mich zugelaufen in einem knallroten Ferrari-T-Shirt», erzählt Karin Haug-Bleuler. Am Familientag 2024, den die Stiftung jedes zweite Jahr für alle Wunderfamilien organisiert, trifft sie auf ihr erstes Wunschkind.

Vor 24 Jahren sass der mit einem Gendefekt lebende Junge in einem roten Ferrari und flitzte über die Flugpiste Birrfeld. Sein Traum, einmal mit einem schnellen Auto zu fahren, ging somit in Erfüllung und die Gründerin erlebte ihren Full-Circle-Moment.

Hast du schon einmal einen Herzenswunsch erfüllt bekommen?

Ein weiterer prägender Wunsch kam von einem kleinen krebskranken Mädchen: Einmal so leben wie Cinderella. So schlüpfte Karin Haug-Bleuler ins Prinzessinnenkostüm und zelebrierte mit ihr in einem ebenso massgeschneiderten Kleid ihren Disney-Traumtag.

«Sie war so schwach, aber so unendlich glücklich in dem Moment, der bis heute ganz tief in meinem Herzen ist», sagt die Wunscherfüllerin. Zwei Wochen später trat die kleine Cinderella ihre letzte Reise an. Ein Augenblick mehr, in dem Karin Haug-Bleuler realisierte, wie zerbrechlich, aber auch wertvoll unser Leben ist.

Hundeschlitten
Überglückliche Kinder bei der Wunscherfüllung: Lena darf selbst mit einem Husky-Hundeschlitten fahren. - zVg

Ihre Arbeit bei der Wunderlampe liesse sie häufig mit dem Leben sowie dessen Ende auseinandersetzen, da Freude und Leid so nahe zusammenlägen. Glasklar ist für die Geschäftsführerin: «Positive Erlebnisse können in unserem Leben Positives auslösen, nämlich unsere Gedanken bis hin zu unserer Gesundheit verbessern.»

Die Wunderlampe steht unter einem Wunder

Noch nie, weder medizinisch noch organisatorisch, sei ein Notfall bei der Umsetzung einer Wunschaktion eingetroffen: «Wenn die Wunderlampe unterwegs ist, stehen wir unter einem Wunder oder einem sehr, sehr guten Stern», sagt die Gründerin.

Vor allem aber seien eine sehr detaillierte Abklärung vor der Umsetzung sowie höchste Professionalität bei der Organisation oberste Priorität. Als ersten Schritt finden die Mitarbeitenden heraus, welche Motivation jeweils hinter dem Traum steckt.

Denn oft wirke ein Wunsch nach aussen gleich wie ein anderer, beispielsweise ein Helikopterflug, wobei dieser dann doch immer ganz individuell sei sowie das Schicksal und die Geschichte dahinter.

Bei der Wunscherfüllung gilt das Motto: Fast Unmögliches versuchen möglich zu machen. In den letzten 25 Jahren fanden Treffen mit renommierten Stars wie Messi statt oder ein Tennistraining mit Roger Federer, bis hin zu einer Audienz beim Papst in Rom.

Ben entdeckt die Bugatti-Welt.
Ben entdeckt die Bugatti-Welt. - zVg

Herausfordernder bei der Umsetzung seien oft die kleinen Faktoren. Eine Fahrt ganz vorne in der Lok oder eine Reise nach Paris zum Eiffelturm bis an die Spitze liessen sich mit einem Elektrorollstuhl und Sauerstoff schwierig umsetzen. Aber auch diese Herzenswünsche habe die Stiftung Wunderlampe realisieren können.

Wo sich damals die Gelegenheit für ein Büro ergab, unterstützen heutzutage viele regionale Spender und Unternehmen die soziale Institution.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.

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