Winterthur

    70 Prozent der Asylsuchenden in Winterthur kommen aus der Ukraine

    Über 70 Prozent der Asylsuchenden in Winterthur stammen derzeit aus der Ukraine. Der Stadtrat rechnet weiter mit hohen Zahlen und will die Mehrzweckanlage Teuchelweiher bis 2037 als Kollektivunterkunft nutzen. Die Kosten der sozialen Sicherung sind 2025 stabil geblieben, bei knapp 88 Millionen Franken.

    Der Winterthurer Sozialvorsteher Nicolas Galladé (SP)präsentierte am Dienstag die Zahlen zur sozialen Sicherung. Der Fokus lag auf dem Asylbereich. Der Krieg in der Ukraine liess die ...
    Der Winterthurer Sozialvorsteher Nicolas Galladé (SP)präsentierte am Dienstag die Zahlen zur sozialen Sicherung. Der Fokus lag auf dem Asylbereich. Der Krieg in der Ukraine liess die ... - KEYSTONE/PETER KLAUNZER

    Die Stadt Winterthur versucht den hohen Zahlen mit Integrationsbemühungen entgegenzuwirken, wie sie am Dienstag mitteilte. So seien etwa eigene Wohnungen wichtig. 80 Prozent der geflüchteten Personen in Winterthur hätten in Wohnungen untergebracht werden können. Allerdings brauchten immer noch drei Viertel der Personen mit Schutzstatus S Sozialhilfe.

    Als Beispiel für gelungene Bemühungen nennt das Departement Soziales eine ukrainische Familie mit zwei Kindern, die im Mai 2022 einreiste. Zu Beginn wohnte die Familie in einer Wohnung, die durch einen Verein verwaltet wurde. Die Eltern wurden umgehend in Deutschkursen angemeldet, der Vater begann, eine Stelle zu suchen.

    Das ältere Kind besuchte die Kita, um den Übertritt in den Kindergarten zu erleichtern. Im November 2025 konnte der Vater eine Stelle in einer Bäckerei antreten. Das Einkommen reichte, um die Familie von der Asylsozialhilfe abzulösen. Mittlerweile lebe die Familie in einer eigenen Wohnung.

    Trotz solcher Bemühungen blieben Kollektivunterkünfte nötig. Die Mehrzweckanlage Teuchelweiher, das Unterkunftsgebäude der ehemaligen Militärkaserne, wird seit 2022 genutzt. Nun verlängert der Stadtrat die Frist als Kollektivunterkunft bis 2037. Die Stadt prüft neu den Einbau einer Küche für die Selbstverpflegung. Die Stadtverwaltung soll zudem geeignete Liegenschaften für die mittel- und längerfristige Unterbringung Geflüchteter suchen. Auch weil andere Orte wegfallen dürften.

    Mehr neue Fälle in Sozialhilfe

    Von den 87,9 Millionen Franken, die Winterthur im letzten Jahr für die soziale Sicherung ausgab, lag der grösste Teil bei der Sozialhilfe mit 47 Millionen. Für Zusatzleistungen zur AHV und IV bezahlte die Stadt Winterthur 32,8 Millionen Franken. Der Asylbereich schlug mit 6 Millionen zu Buche.

    Die Sozialhilfequote lag bei 5 Prozent, ähnlich hoch wie in den letzten Jahren. 6647 Personen wurden unterstützt, 2024 waren es noch 6688.

    In den letzten beiden Jahren kamen wieder mehr neue Fälle dazu. 2025 waren es 1000. 983 konnten abgeschlossen werden. 239 Abschlüsse erfolgten, weil die Personen eine Arbeit aufnahmen, wie das Departement Soziales schreibt. Bei 339 Personen übernahmen Sozialversicherungen oder Bedarfsleistungen. «Das deutet darauf hin, dass oft Personen aus gesundheitlichen Gründen auf Sozialhilfe angewiesen sind», heisst es dazu. Bei der IV etwa dauere es länger, bis sie greife.

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    Kommentare

    User #6329 (nicht angemeldet)

    Alle Menschen sind eine Freude. Die einen dann, wenn sie kommen. Die anderen dann, wenn sie gehen.

    User #2129 (nicht angemeldet)

    Ukraine ist 3mal so gross wie die Schweiz und in vielen Orten ist kein Krieg,also bitte alle zurück

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