Der Kanton Schaffhausen hat in einem Teil der Schulen die Maskenpflicht wieder eingeführt. Im Kantonsrat jedoch wurde sie am selben Tag gelockert.
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Eine Schülerin hebt zum Trinken die Maske an. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kanton Schaffhausen hat die Maske ab der Sekundarstufe wieder eingeführt.
  • Im Kantonsrat wurde die Maskenregelung hingegen gelockert.
  • Beide Entscheide wurden am selben Tag verkündet.

Steigende Covid-19-Fallzahlen und Hospitalisierungen sorgen im Kanton Schaffhausen für ein Hüst und Hott bei den Corona-Massnahmen: Über das vergangene Wochenende führte dieser die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler ab der Sekundarstufe wieder ein. In der ersten Woche nach den Schulsommerferien galt diese noch als aufgehoben.

Begründet wurde die Wiedereinführung mit vielen positiven Coronatests an den Schulen. Statt der vor den Ferien üblichen ein bis zwei positiv getesteten Pools seien es vergangene Woche gleich 42 gewesen. Dies sagte Anna Sax, Leiterin des Gesundheitsamts gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ein solcher Anstieg sei nicht zu erwarten gewesen.

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Eine Schülerin trägt eine Maske im Unterricht. (Symbolbild) - AFP/Archiv

Der Kantonsrat traf sich am Montag erstmals nach den Sommerferien zu einer Sitzung. Auch bei ihm wurde am Montagmorgen eine neue Maskenregelung verkündet.

Masken zu tragen wird zwar weiterhin empfohlen, aber geimpfte und genesene Kantonsrätinnen und Kantonsräte dürfen diese neu ablegen. Dies, wenn sie sich an ihrem Platz befinden. Von der neuen Freiheit machte indes nur eine überschaubare Minderheit der anwesenden Parlamentarier Gebrauch.

Im historischen Kantonsratsaal in der Schaffhauser Altstadt ist das Einhalten von Abständen kaum möglich. Die Parlamentarier sitzen Ellbogen an Ellbogen – ähnlich wie in einem gut gefüllten Klassenzimmer. Warum also die unterschiedlichen Maskenregelungen?

Impfquote im Kantonsrat relativ hoch

In den Erlass der beiden unterschiedlichen Maskenregelungen involviert war das kantonale Gesundheitsamt. «Wir haben uns vor den Sommerferien mit der neuen Regelung für den Kantonsratssaal einverstanden erklärt. In der Annahme, dass bis dann die allermeisten Kantonsrätinnen und Kantonsräte geimpft sind.» Dies sagte Anna Sax, Leiterin des Gesundheitsamts auf Anfrage von Keystone-SDA.

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Eine Person wird gegen das Coronavirus geimpft. (Symbolbild) - Keystone

Kantonsratspräsident Josef Würms (SVP) steht hinter der neuen Regelung. Er sagte auf Anfrage: «Die Impfquote im Kantonsrat, wo auch viele ältere Semester sitzen, ist verglichen mit den Schulklassen bereits relativ hoch.» Es sei deshalb richtig, dass geimpfte oder genesene Personen selber entscheiden könnten, ob sie die Maske tragen wollten oder nicht.

Die wiedereingeführte Maskenpflicht betrifft hauptsächlich Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren. Sie ist aber nicht die einzige Corona-Massnahme, die für Unruhe an den Schaffhauser Schulen sorgt. Ebenfalls übers Wochenende regelte der Kanton auch den Ablauf der repetitiven Massentests neu. Und brachte damit einen Teil der Eltern gegen sich auf.

Eltern lehnen Test-Änderungen ab

Im Fall eines positiven Pooltests sollten künftig alle daran beteiligten Schüler gemeinsam mit einem Bus ins kantonale Testzentrum gefahren werden. Dies gemäss der Ankündigung. Bislang wurden dafür individuelle Termine vereinbart, vor allem jüngere Kinder wurden dabei in der Regel von den Eltern begleitet.

Gemäss Ankündigung ebenfalls neu sollten die individuellen Tests nicht mehr wie bis anhin mittels Spucktests, sondern mittels Nasen-Rachen-Abstrich durchgeführt werden. Auch diese eine Änderung stiess vor allem bei den Eltern jüngerer Kinder auf Ablehnung.

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PCR-Speicheltests auf das Coronavirus an einer Schule. (Symbolbild) - Keystone

Etliche kündigten aufgrund der Änderungen den Rückzug ihrer bereits erteilten Einwilligung für die Teilnahme ihrer Kinder an den Massentests an.

Der Kanton hat in beiden Punkten innert eines Tages nachgebessert: Spucktests sind laut Sax auch bei individuellen Nachtests weiterhin möglich. Und die Nachtests würden statt zentral im Abklärungszentrum des Kantons vorgenommen vor Ort in den Schulen vorgenommen.

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