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    SBB: Freund liess Kadermann auffliegen, weil er ihm Frau ausspannte

    Ein Ex-SBB-Kadermann zweigte von den Bundesbahnen 8,7 Millionen Franken ab. Er flog erst auf, nachdem er einem Vertrauten die Frau ausgespannt hatte.

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    Der angeklagte SBB-Kadermann am 27. Oktober 2026 auf dem Weg zum Gericht. - Screenshot SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Ex-SBB-Manager soll über Scheinfirmen jahrelang fiktive Rechnungen gestellt haben.
    • Eine Affäre mit der Frau eines Freundes und ein Streit um ein Darlehen brachten den Betrug ans Licht.
    • Die Bundesanwaltschaft fordert 6 Jahre und 5 Monate Haft; die SBB verlangt 5 Millionen Franken zurück.

    Vor dem Bundesstrafgericht läuft derzeit der Prozess um einen Ex-SBB-Kadermann. Der 54-Jährige soll das Bahnunternehmen über Jahre hinweg um rund 8,7 Millionen Franken erleichtert haben.

    Die Bundesanwaltschaft fordert für den Ex-Manager nun eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und fünf Monaten. Denn: Dieser habe die SBB seit 2007 «als Selbstbedienungsladen» missbraucht.

    Er habe bei der SBB «einen beachtlichen Lohn» gehabt. Er lag 2010 bei 118'000 Franken und stieg bis 2023 auf knapp 147'000 Franken an, so der Staatsanwalt weiter.

    Der Ex-SBB-Kadermann sagte vor Gericht, seine frühere Frau hätte viele Schulden mit in die Ehe gebracht. Das habe sein ganzes Vermögen aufgebraucht.

    «Ich habe dann eine völlig blöde Lösung gesucht, wie ich das Problem auffangen kann. Und habe dann ‹damit› begonnen», resümiert der heute 54-Jährige.

    Fiktive Rechnungen

    Der Ex-Manager begann im Alter von 23 Jahren bei der SBB zu arbeiten und stieg nach und nach auf. Im Jahr 2019 wurde er laut Anklageschrift der Bundesanwaltschaft Abteilungsleiter.

    Ab September 2007 soll der Beschuldigte nicht nur an seiner Karriere, sondern auch an seinem Betrugssystem gearbeitet haben.

    Er holte Personen an Bord, über deren Firmen fiktive Rechnungen an die SBB erstellt wurden. Für die ausgestellten Rechnungen erhielt die SBB keine Gegenleistung beziehungsweise keine tatsächlich benötigten Materialien.

    Das Spiel flog lange nicht auf, weil der Angeklagte im SBB-System zwei Funktionen innehatte. Er konnte in der Rolle einer Person auftreten, die einen Bedarf hat. Und gleich auch die Bestellung machen, obwohl er nicht im Einkauf tätig war.

    Affäre und Darlehen werden zum Verhängnis

    Dass er dann aufflog, lag laut dem «Tages-Anzeiger» an einer zerbrochenen Männerfreundschaft. Der Ex-SBB-Kadermann war mit dem späteren Whistleblower über zehn Jahre eng befreundet, gab diesem sogar ein Darlehen über 200’000 Franken.

    Doch: Der Ex-SBB-Mann begann eine Affäre mit dessen Ehefrau – und zog dann sogar an dessen Stelle ein. Die Retourkutsche gab es dann, als der 54-Jährige im Sommer 2024 via Schlichtungsbehörde das Darlehen einforderte.

    Hand aufs Herz: Hattest du schon mal eine Affäre?

    Denn der ehemalige Freund nahm Kontakt mit der SBB auf und schickte ihr den Ausschnitt aus einem Chat von 2020: «Könntest du mir Material verkaufen für 400’000 Franken, das nicht allzu lange haltbar ist? Natürlich fiktiv», soll der Ex-SBB-Kadermann darin geschrieben haben.

    Häuser, teure Autos und Waffensammlung

    Ende September 2024 reichte die SBB Strafanzeige ein. Gut zwei Monate später wurde der heute 54-jährige Beschuldigte festgenommen.

    Wegen der Verjährungsfrist von 15 Jahren können nur die Taten ab dem 1. April 2011 strafrechtlich verfolgt werden.

    Damit reduziert sich auch die Schadenssumme auf rund 5 Millionen Franken. Diese fordert die SBB als Privatklägerin jedoch zurück.

    Der SBB-Angestellte finanzierte laut Bundesanwaltschaft mit dem abgezweigten Geld ein Haus im Kanton Solothurn und eines in den USA.

    Zudem gönnte er sich zahlreiche Autos – darunter ein Ford Mustang Shelby, zwei Porsches und ein Lamborghini. Dieser kostete allein fast 400'000 Franken. Daneben floss das Geld in einen üppigen Lebensunterhalt und eine Waffensammlung.

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    Kommentare

    User #4633 (nicht angemeldet)

    Verbrechen lohnt sich - von den total 9 Millionen sind dank der Verjährung nur noch deren 5 Millionen Gegstand der strafrechtlichen Untersuchung… 🙈🙈🙈 … sehr gerecht, unsere Rechtsordnung…

    User #4365 (nicht angemeldet)

    Nicht erwischt zu werden ist das erste Ziel jedes Kriminellen. Verjährungsfristen sind die staatlichen Hilfsmassnahmen, falls Ziel Nr. 1 nicht gelingt. So oft schon konnten Täter und Rechtsanwälte ins Fäustchen lachen und dann die Korken knallen lassen. 3.4 Mio bleiben auf sicher. Wenn die 8.4 Mio gut investiert wurden über die ganzen Jahre wie Immobilien und Edelmetall, sollte mit dem Auflösen einiger Depots und dem Verkauf der Immobilien die 5 Mio zurückzuzahlen sein, sollte er in Privatinsolvenz fallen, gibts eh nichts viel zu holen und höchstwahrscheinlich lauten weitere Immobilien nicht auf seinen Namen, genau für diesen Fall. Und wer bestraft eigentlich die Komplizen, die Scheinrechnungem gestellt haben?

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