Bundesrat: Asylchef Pascal Schmid will nicht, Chiesa hätte Chancen
Filippo Lombardi hält die Chancen für Marco Chiesa als Nachfolger von Guy Parmelin für intakt. Denn nach den vielen Absagen sei das Kandidatenfeld offener.

Das Wichtigste in Kürze
- SVP-Bundesrat Guy Parmelin sucht einen Nachfolger.
- Im SVP-Lager gab es schon viele prominente Absagen. So auch jene von Asylchef Pascal Schmid.
- Nun wird von Filippo Lombardi noch Ex-SVP-Präsident Chiesa ins Spiel gebracht.
Wer folgt auf SVP-Bundesrat Guy Parmelin?
SVP-Asylchef Pascal Schmid soll es laut dem Tages-Anzeiger nicht werden. Er hat abgesagt. Denn er wolle seine Arbeit im Parlament weiterführen. Bestensfalls als Ständerat für den Kanton Thurgau, für den er kandidiert. Auch die Arbeit als Partner in einer Anwaltskanzlei sei ihm wichtig.
Nach Parmelins angekündigtem Rücktritt auf Ende Jahr hat es bereits viele prominente Absagen gegeben wie Natalie Rickli, Esther Friedli oder Magdalena Martullo-Blocher. Schmid ist somit der Nächste.

Der frühere Ständerat und heutige Stadtrat von Lugano, Filippo Lombardi, hält eine Kandidatur Chiesas für durchaus denkbar. Gegenüber «Ticinonews» erklärt er, dass der Tessiner bei einer breiteren Auswahl an Kandidierenden durchaus Chancen haben könnte.
Lombardi zeigt sich überrascht, dass die SVP offenbar nicht bereits über eine breit abgestützte Westschweizer Kandidatin verfügt. Er verweist auf die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz, deren Unterstützung innerhalb der Partei offenbar nicht unumstritten sei.
Lombardi selbst hätte zunächst auf die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli gesetzt. Nun habe sich die Lage aber geändert.
Unterstützung aus dem Tessin
Dass eine Kandidatur Chiesas realistisch ist, findet auch unter Tessiner Bundespolitikern Anklang.
Mitte-Nationalrat Giorgio Fonio verweist gegenüber dem Newsportal auf Chiesas frühere SVP-Präsidentschaft: Dadurch habe er sich auf nationaler Ebene einen Namen gemacht. Eine Kandidatur sei deshalb keineswegs ausgeschlossen.
Auch der Tessiner FDP-Nationalrat Simone Gianini hält es für möglich, dass die SVP Chiesa auf das Kandidatenticket setzt.
SP-Nationalrat Bruno Storni bringt zudem ein Dreierticket ins Spiel, auf dem je eine Person aus der Deutschschweiz, der Romandie und der italienischsprachigen Schweiz vertreten wäre. Ein solches Modell könnte Chiesa eine Chance eröffnen.
Zwei Tessiner im Bundesrat?
Doch mit Ignazio Cassis sitzt bereits ein Tessiner im Bundesrat. Chiesas Wahl könnte dazu führen, dass der italienischsprachige Landesteil mit zwei Mitgliedern in der Landesregierung vertreten wäre.
Die Grüne Nationalrätin Greta Gysin beurteilt die Wahlchancen eines zweiten Tessiners deshalb als gering.
Auch die Frage der Frauenvertretung spielt in der Nachfolge Parmelins eine Rolle. Bislang hat die SVP noch nie eine Frau in den Bundesrat gebracht. Gleichzeitig würde Chiesa ein anderes Kriterium erfüllen: Er gehört zu den jüngeren möglichen Kandidaten.














