Coronavirus

    Risiken und Nutzen einer Corona-Impfung bei Kindern abwägen

    Keystone-SDA
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    Fribourg,

    Die Corona-Impfung bei Kindern unter zwölf Jahren bleibt ein umstrittenes Thema. Es bleibt unklar, ob der Nutzen die möglichen Risiken tatsächlich überwiegt.

    Impfung Kinder
    Ob die Vor- oder Nachteile bei einer Corona-Impfung bei Kindern überwiegt, ist unklar. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Nutzen einer Impfung bei Kindern unter zwölf Jahren ist weiterhin umstritten.
    • Bisher sind nicht genügend Daten vorhanden, die die Vorteile einer Impfung unterstreichen.
    • Ausserdem fehlt es weltweit an genügenden Corona-Vakzinen.

    Die Abwägung von Risiko und Nutzen einer Corona-Impfung bei Kindern unter zwölf Jahren ist viel komplexer als bei Erwachsenen. Dies berichten Freiburger Impfexperten mit australischen Kollegen in einer Übersichtsstudie. Klar Stellung für oder gegen die Impfung aller Kinder beziehen sie nicht.

    Forschende an der Universität Freiburg schlüsselten in ihrer Arbeit systematisch die Vor- und Nachteile einer Corona-Impfung bei Kindern auf.

    mRNA-Impfstoffe bewirken eine starke Immunantwort

    Es seien noch nicht genügend Daten verfügbar, die zeigen würden, dass die Vorteile der Impfung die möglichen Risiken klar überwögen. Dies schreiben sie in der Fachzeitschrift «Archives of Disease in Childhood».

    Impfung
    ABD0024_20211115 - WIEN - ÖSTERREICH: Ein Bub bei seinem ersten Corona-Impfung am Montag, 15. November 2021, im Rahmen eines Pressetermines in Wien. Im Austria Center Vienna in Wien geht die österreichweit erste Impfstrasse für Kinder zwischen fünf und elf Jahren in Betrieb. - FOTO: APA/ROLAND SCHLAGER - keystone

    Laut einer Phase-2-Studie von Biontech/Pfizer mit 2500 Kindern im Alter von fünf bis zwölf Jahren sind die mRNA-Impfstoffe sicher. Sie werden gut vertragen und bewirkten eine starke Immunantwort. Aber: «Seltene unerwünschte Wirkungen sind bei solchen Stichprobengrössen nur schwer zu erkennen. Sie werden oft erst nach einer gross angelegten Verabreichung festgestellt», schreiben die Forschenden.

    Schwere Verläufe können mit Impfung verhindert werden

    Für die Impfung spricht gemäss den Autorinnen und Autoren unter anderem, dass Fälle mit schweren Verläufen verhindert werden können. Zudem könnten Kinder vor Long Covid sowie dem multisystemischen Entzündungssyndrom Pims geschützt werden.

    Dies, obwohl noch nicht klar sei, wie gut die Impfung diese Folgen eindämme. Auch liesse sich dank der Impfung das gesamtgesellschaftliche Infektionsgeschehen womöglich verlangsamen sowie Schulschliessungen, wiederholtes Testen und Quarantäne verhindern. Gegen die Impfung spreche hingegen etwa, dass Kinder häufig mild an Covid-19 erkranken.

    Weltweit begrenztes Angebot an Corona-Vakzinen

    Ein weiterer zu berücksichtigender Faktor ist den Forschenden zufolge das derzeit weltweit begrenzte Angebot an Corona-Vakzinen. Bislang konnten in vielen vor allem älteren Ländern nur weniger als fünf Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Die verfügbaren Vorräte könnten deshalb besser für die Impfung von Erwachsenen verwendet werden, die ein höheres Risiko für Todesfälle haben.

    «Die Pandemie hat überall die Grundimpfungen der Kinder über den Haufen geworfen», fügte Zimmermann hinzu. Durch ein Corona-Impfprogramm für alle Kinder könnten sich diese Verzögerungen noch verschärfen. Dies, weil in manchen Ländern Ressourcen und Personal fehlten, sagte sie gemäss einer Mitteilung der Universität Freiburg. «Um dieses Risiko zu senken, wäre es jedoch vorstellbar, die Grundimpfung und die Covid-19-Impfung zu kombinieren.»

    Impfung Kinder coronavirus
    Die 2-jährige Steffanie wird geimpft. Immer wieder fehlt es aber an Impfstoffen für Kinder. - Keystone

    Wenn Covid-19 bei Kindern und geimpften Erwachsenen eine milde Krankheit bleibe, sei es möglicherweise nicht notwendig, alle Kinder zu impfen. Dies schreiben die Forschenden in der Studie. Sie betonen allerdings, dass das Auftauchen neuer Varianten eine ständige Neubewertung der Risiken und Nutzen erforderlich mache.

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