In Grossbritannien steigt der Anteil der Kinder, die sich mit dem Coronavirus infizieren. Währenddessen macht der Premierminister Ferien in Spanien.
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Bei einem Kind wird ein Corona-Test durchgeführt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Grossbritannien verzeichnet die höchsten Corona-Fallzahlen in Westeuropa.
  • Dies ist wohl auf den hohen Anteil an Kindern, die sich infizieren, zurückzuführen.
  • In Englands Schulen gibt es keine Massnahmen gegen das Coronavirus mehr.

Der britische Premierminister Boris Johnson weilt aktuell in einer Luxus-Villa im spanischen Marbella. Unterdessen steigen in Grossbritannien die Corona-Fälle: Nirgends in Westeuropa sind die Fallzahlen und Todesfälle höher.

Beunruhigend: Der Anteil der unter 18-Jährigen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, nimmt zu. Bei den 18- bis 55-Jährigen sind die Corona-Neuinfektionen hingegen rückläufig. Dies berichtet die britische Zeitung «Daily Mirror» unter Berufung auf eine Studie des Londoner Imperial College.

Demnach liegt bei den unter 18-Jährigen der R-Wert bei 1,2. Dies, während er sich in der Gesamtbevölkerung bei etwas über 1 bewegt. Die Corona-Infektionen bei den Jungen drohen jedoch, sich auf ältere Generationen auszubreiten.

Massnahmen gegen das Coronavirus in Schulen abgeschafft

«Unsere neuesten Daten zeigen, dass die Infektionsrate bei Kindern im Schulalter hoch ist und weiter steigt», sagt Studien-Leiter Paul Elliott. Zudem werde in Haushalten mit Kindern eine erhöhte Infektionsrate beobachtet: «Diese Trends unterstreichen, wie wichtig es ist, dass sich Kinder ab 12 Jahren impfen lassen. Um die Ausbreitung der Infektion einzudämmen und die Beeinträchtigung des Unterrichts zu minimieren.»

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Ein Kind wird gegen das Coronavirus geimpft. - dpa-infocom GmbH

In Grossbritannien ist eine Impfdosis gegen das Coronavirus bei 12- bis 15-Jährigen zugelassen. Am Montag lag der Anteil der Geimpften in dieser Altersgruppe bei 12 Prozent. Zum Vergleich: Bereits 57 Prozent der 16- und 17-Jährigen haben eine Corona-Impfung erhalten.

In Englands Schulen gelten aktuell keine Corona-Massnahmen mehr. Dies bezeichnet Linda Bauld von der Universität Edinburgh als «ein riesiges Experiment». Man verlässt sich offenbar auf die Impfungen.

Boris Johnson macht Ferien – mitten in Krise

Und die Regierung? Macht Ferien. Und gerät deswegen stark in die Kritik.

Denn: In Grossbritannien sorgen nicht nur die hohen Infektionen mit dem Coronavirus für Beunruhigung. Auch das Problem der steigenden Energiepreise und Versorgungsengpässe ist noch nicht gelöst.

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Trotz wachsenden Sorgen ist der britische Premierminister Boris Johnson in die Ferien gefahren. - dpa

Erst kürzlich ergab eine parlamentarische Untersuchung, dass die Regierung im Umgang mit der Pandemie schwere Fehler begangen hat. Unter anderem das mehrfache Zögern beim Verhängen von Lockdowns habe Tausende Menschenleben gekostet.

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