Piusbruderschaft will in Ecône VS neue Bischöfe weihen
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. will Anfang Juli 2026 in Ecône VS neue Bischöfe weihen. Diese Entscheidung wurde vom Vatikan nicht genehmigt und könnte zu neuen Spannungen mit Rom führen.

Zum ersten Mal seit 38 Jahren kündigt die erzkonservative Piusbruderschaft in einer am Montagabend veröffentlichten Erklärung neue Bischofsweihen für den 1. Juli an. Dies kündigte laut dem Online-Portal kath.ch der Generalobere der Gemeinschaft, Davide Pagliarani, in der französischen Ortschaft Flavigni-sur-Ozerain an.
Die Gemeinschaft lehnt die Reformen des zweiten Vatikanischen Konzils ab. Ihr Gründer, der 1988 exkommunizierte und somit aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossene französische Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991), hatte 1976 gegen ein päpstliches Verbot Priester geweiht und damit die Priesterbruderschaft Sankt Pius X. innerkirchlich isoliert.
Seit 1988 hatte es innerhalb der Priesterbruderschaft St. Pius X. keine neuen Bischofsweihen mehr gegeben. Damals wurden vier Bischöfe geweiht, was zu ihrer Exkommunikation führte. Die Exkommunikationen wurden 2009 von Papst Benedikt XVI. zwar aufgehoben. Nach dem Tod von Bischof Bernard Tissier de Mallerais im Oktober 2024 sind nur noch zwei Bischöfe der Piusbruderschaft am Leben. Daher besteht laut kath.ch der Wunsch der Bruderschaft, neue Bischöfe weihen zu können.
Pagliarani soll in den letzten Tagen einen Brief aus dem Vatikan erhalten haben, in dem seine Forderungen «absolut abgelehnt» wurden. Diese negative Antwort soll ihn dazu veranlasst haben, ohne Zustimmung des Vatikans neue Weihen anzukündigen, wodurch er einen erneuten Bruch mit Rom riskiert.










