WEF: Davos will temporären Bauten den Riegel schieben
Davos plant erstmals eine Obergrenze für temporäre Bauten während dem WEF. Investoren dürfte das gar nicht gefallen. Denn die Einnahmen sind lukrativ.

Das Wichtigste in Kürze
- Davos will die Zahl temporärer WEF-Bauten erstmals einschränken.
- Grundlage ist eine Gesetzesrevision, die das Stimmvolk 2024 genehmigt hat.
- Details zur Kontingentierung werden nun im Kleinen Landrat diskutiert.
Wenn das World Economic Forum in Davos tagt, verwandelt sich die Bündner Stadt jedes Jahr in eine Grossbaustelle auf Zeit.
Temporäre Bauten wie die sogenannten WEF-Pavillons oder Brand Houses entlang der Promenade sowie umgenutzte Geschäftslokale bringen viel Geld.
Doch ihre Zahl wächst der Gemeinde und vor allem den Einwohnern zunehmend über den Kopf.

Nun will die Davoser Regierung eingreifen und erstmals klare Grenzen setzen. Zuerst darüber berichtet hatte die Zeitung «Südostschweiz».
2026 wurden fürs WEF 38 Gesuche bewilligt
Für das kürzlich zu Ende gegangene WEF-Jahrestreffen bewilligte die Gemeinde 38 Gesuche für temporäre Bauten. Dazu 111 Umnutzungen von bestehenden Lokalen.
Damit wurde erneut ein Anstieg verzeichnet. Aus Sicht der Behörden ist klar: Ohne Eingriffe lässt sich diese Entwicklung nicht mehr steuern. Die Zahl der temporären Bauprojekte könne «ohne Obergrenze» nicht wirksam begrenzt werden.
Deshalb plant die Davoser Regierung eine Kontingentierung der WEF-Bauten. Möglich macht dies eine Gesetzesrevision, die das Stimmvolk bereits 2024 genehmigt hat.
Sie erlaubt der Gemeinde, im Sinne einer Ultima Ratio die Anzahl temporärer Bauprojekte zu beschränken. Selbst dann, wenn alle formellen Nutzungsvorschriften eingehalten werden.
Ausgestaltung der Obergrenze ist derzeit noch offen
Wie diese Obergrenze konkret aussehen soll, ist noch offen. Der Kleine Landrat wird sich in den kommenden Wochen mit der Ausgestaltung befassen.
Landammann Philipp Wilhelm bestätigt: «Die Einführung und deren Zeitpunkt ist aber abhängig von den laufenden und anstehenden Diskussionen über die konkrete Ausgestaltung.»
Festgeschrieben werden soll die Limite in einem kommunalen Reglement für temporäre Bauprojekte rund um das WEF.
Klar ist aber auch: Wer künftig mit seinem Baugesuch leer ausgeht, dürfte kaum begeistert sein. Angesichts der hohen Summen, die am WEF umgesetzt werden, gelten rechtliche Auseinandersetzungen als wahrscheinlich.
Bereits 2024 war Reduktion ein Thema
Das Reglement selbst sei jedoch «darum nicht direkt anfechtbar», erklärt Wilhelm schriftlich. Anfechtbar sei hingegen die konkrete Anwendung. Also «die Erteilung oder Nicht-Erteilung einer Baubewilligung gestützt auf das Reglement».
Dass Davos diesen Schritt prüft, kommt nicht überraschend. Schon in der Abstimmungsbotschaft 2024 wurde festgehalten, dass bei den temporären WEF-Bauten «erfahrungsgemäss von einer weiteren Steigerung auszugehen» sei.
Weiter war in der Abstimmungsbotschaft festgehalten: Ohne zusätzliche Massnahmen drohten die Kapazitätsgrenzen des Davoser Ortszentrums in einer nicht mehr vertretbaren Weise strapaziert zu werden.
Hinzu kommen Belastungen durch Verkehr und Immissionen während des Jahrestreffens.
Der Kleine Landrat hielt deshalb bereits damals fest: Die mit dem WEF verbundenen Immissionen könne nur noch mit einer Reduktion der Gesamtzahl zugelassener temporärer Bauprojekte bewältigt werden.















