Parlament

Nach Initiative: Aargauer Grosser Rat will Sozialhilfe kürzen

Maike Lindberg
Maike Lindberg

Aarau,

Das Aargauer Parlament empfiehlt die Initiative «Arbeit muss sich lohnen!» zur Kürzung der Sozialhilfe nach zwei Jahren.

initiative aargauer
Nach einer Initiative, spricht der Aargauer Grosse Rat eine Empfehlung für Sozialkürzungen aus. - Depositphotos

Das Aargauer Parlament hat mit 67 zu 64 Stimmen beschlossen, dem Volk die Initiative «Arbeit muss sich lohnen!» zur Annahme zu empfehlen, so «SwissInfo».

Diese Initiative, lanciert von der Jungen SVP, fordert eine Kürzung des Grundbedarfs der Sozialhilfebezüger nach ununterbrochenem Anspruch von zwei Jahren.

Der Grundbedarf soll dann um mindestens 5 Prozent gekürzt werden. SVP und FDP setzten sich damit durch, während SP, Mitte-Partei, Grüne, EVP und GLP ablehnen, wie das «SRF» berichtet.

Nach Initiative: Aargauer Rat will Ausnahmen machen

Die Initiative sieht zahlreiche Ausnahmen vor: Kinder unter 18 Jahren, Eltern mit Kindern unter vier Monaten. Personen ab 55 Jahren mit mindestens 20 Jahren Erwerbstätigkeit in der Schweiz ohne Sozialhilfebedarf.

Bist du für eine Kürzung der Sozialhilfe nach zwei Jahren?

Ausserdem Erwerbstätige, Menschen in Ausbildung, Teilnehmer an Integrationsmassnahmen, sowie ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit sind ausgeschlossen.

Der Regierungsrat lehnt die Initiative ab und warnt vor unverhältnismässigem Mehraufwand bei der Umsetzung. Weiter argumentiert er, dass die Gemeinden bereits über ausreichende Instrumente verfügen, um unkooperatives Verhalten zu sanktionieren.

Anzahl Langzeitbezüger gesunken

Zudem ist die Zahl der Langzeitbezüger seit 2019 im Kanton Aargau tatsächlich gesunken. Die Sozialhilfestatistik zeigt, dass die Anzahl der Bezüger von 3'837 Dossiers im Jahr 2018 auf 3'201 im Jahr 2023 zurückging.

Allgemein sank die Gesamtzahl der Sozialhilfebezüger zwischen 2017 und 2023 um 21 Prozent auf 11'873 Personen. Und das trotz wachsender Bevölkerung, so das «SRF».

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Kritische stimmen befürchten, dass die geforderten Sozialkürzungen Betroffene Menschen hart treffen könnte. - Depositphotos

Kritiker der Initiative fürchten, dass eine Kürzung die Existenzsicherung gefährden könnte. Das Hilfswerk Caritas mahnt, der aktuelle Grundbedarf genüge oft nicht zur Deckung der täglichen Bedürfnisse.

Das Volk wird voraussichtlich am 8. März 2026 über die Initiative abstimmen, so «zentralplus».

Kommentare

User #6325 (nicht angemeldet)

„Personen ab 55 Jahren mit mindestens 20 Jahren Erwerbstätigkeit in der Schweiz ...” Dies ist reine Diskriminierung, da es gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt, der in den internationalen Menschenrechten anerkannt ist. Aber gut, Aargau macht noch mehr seltsame Ausnahmen. Diskriminierung ist auch in der Menschenrechtscharta verboten, aber hier darf man diskriminieren, wenn es einen Stammtisch gibt und man auf Wunsch noch ein großes Glas Alkohol vor sich stehen hat.... Ich verstehe sehr gut, warum eine bestimmte Partei gegen europäisches Recht ist; Diskriminierung würde von einem europäischen Gericht nicht akzeptiert werden (und das zu Recht!). Aber der Status dieser Jugendabteilung war aufgrund zweifelhafter Verbindungen schon öfter in den Nachrichten.

User #6325 (nicht angemeldet)

Senkung der Grundbedürfnisse ... Ein Bedürfnis ist ein Bedürfnis. Ein Grundbedürfnis ist ein Mindestbedürfnis. Man kann nicht an einem menschlichen Grundbedürfnis sparen, weil es nun einmal existiert. Man kann also nicht das Bedürfnis nach Nahrung einschränken. Wenn man andere Grundbedürfnisse wie das Bedürfnis nach Pflege oder einem Dach über dem Kopf einschränkt, schafft man Probleme, die vorher nicht da waren, um sie dann auf einen anderen Haushaltsbereich abzuwälzen: öffentliche Ordnung (Obdachlosigkeit), die Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten und Suchterkrankungen, was zu einer höheren Belastung des Gesundheitswesens führt. Man schafft also mehr Probleme in einem Bereich, um ein anderes bestehendes Problem nicht zu lösen: unterbezahlte Arbeit, die mindestens auf dem Niveau des Mindestlohns liegen sollte (den es hier aber nicht gibt!).

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