Parlament

Innerrhoder Parlament diskutiert ein Veloverbot auf Wanderwegen

Keystone-SDA Regional
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Appenzell,

Appenzell Innerrhoden berät ein neues Velogesetz mit umstrittenem Verbot für Mountainbiker auf Wanderwegen. Die Entscheidung wurde vertagt.

Velo im Wald
Appenzell Innerrhoden berät ein neues Velogesetz mit umstrittenem Verbot für Mountainbiker auf Wanderwegen. (Symbolbild) - pexels

Das Appenzell Innerrhoder Kantonsparlament hat am Montagnachmittag ein neues kantonales Velogesetz beraten. Umstritten war ein von der Regierung vorgeschlagenes Velofahrverbot auf Wanderwegen, was sich vor allem auf Mountainbiker auswirkt. Ein Entscheid wurde vertagt.

Mit dem kantonalen Veloweggesetz setzt der Kanton Appenzell Innerrhoden die Vorgaben des Bundesgesetzes über Velowege um. Dieses Verpflichtet die Kantone, ein zusammenhängendes Velowegnetz zu erstellen.

In diesem Zuge wollte die Kantonsregierung Velos grundsätzlich auf Wanderwegen verbieten, sofern diese nicht explizit auch als Fahrradroute ausgeschildert sind.

Kritische Stimmen aus dem Grossen Rat bezeichneten den entsprechenden Artikel als «flächendeckendes Verbot einer ganzen Sportart». Sie appellierten an ein respektvolles Miteinander von Wanderern und Mountainbikern, statt letztere in die Illegalität zu drängen. Davon wären Einheimische genauso wie auch Touristen betroffen. Ein solches Vorhaben sei auch deshalb kaum mehrheitsfähig an der Landsgemeinde, so die Kritiker.

Keine Unfallstatistiken – generelles Verbot gescheitert

Ausserdem würden entsprechende Statistiken von Unfällen zwischen Fahrradfahrenden und Wandernden fehlen, um ein grundsätzliches Verbot zu rechtfertigen. Ein Antrag, das Gesetz deshalb an die Regierung zurückzuweisen, scheiterte jedoch.

Nach einer zweistündigen und engagiert geführten Diskussion über das Veloverbot auf Wanderwegen beschloss die Mehrheit des Grossen Rates schliesslich, erst an einer nächsten Ratssitzung über diese Frage abzustimmen.

Kritiker bemängelten am Gesetz weiter, dass Umsetzung und Kosten für die Velowege bei den fünf Bezirken liegen sollen. Schliesslich fand ein Antrag eine Mehrheit, die Zuständigkeiten zu entflechten und damit auch den Kanton stärker in die Pflicht zu nehmen.

Der Innerrhoder Grosse Rat wird erst an einer zweiten Lesung über das kantonale Velogesetz abstimmen. Danach entscheidet die Landsgemeinde abschliessend darüber.

Kommentare

User #1220 (nicht angemeldet)

Wanderwege für Autos frei geben. Dann ist das Problem gelöst.

User #3866 (nicht angemeldet)

Fahrverbote für Velos auf den Wanderwegen würden wir für sehr gut halten! Meine Frau und ich sind in unserer Freizeit oft in den Schweizer Bergen am Wandern, wo man oft auch Velofahrenden begegnet, denen die Sicherheit völlig egal ist. Wir hatten vor drei Jahren einen Unfall mitbekommen, bei dem mehrere Mountainbiker ziemlich schnell ins Tal herunterfuhren und einer von denen einen Wanderer anfuhr, der direkt den Abhang hinunterstürzte und sich schwer verletzte. Der Unfallverursacher fuhr mit seinen Kollegen einfach weiter und konnte nicht ermittelt werden. Zum Glück waren einige Wanderer unterwegs, die dem Unfallopfer helfen konnten, das ins Spital gebracht wurde. Es gibt haufenweise Wanderwege, wo die Velofahrer unterwegs sind und den Wanderern oft gefährlich werden, was wir beim Wandern oft mitbekommen. Aus diesem Grund fänden wir es gut, wenn ein generelles Fahrverbot für Velos auch auf Wanderwegen eingeführt wird, und für die Velos dann bestimmte Strecken freigegeben werden.

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