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Mutter von Brandopfer zu Morettis: «Macht euch keine Sorgen»

Bettina Zanni
Bettina Zanni

Crans-Montana,

Die Justiz ermittelt gegen das Betreiberpaar Moretti. Eine Mutter ermutigt sie, die Wahrheit zu sagen – mit Blick auf die Haftstrafen in der Schweiz.

Crans-Montana
«Sagt zumindest die Wahrheit», fordert Mutter Laetitia Brodard von den Morettis. - Screenshot / «TG 1»

Das Wichtigste in Kürze

  • Laetitia Brodard verlor ihren Sohn Arthur (†16) bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana.
  • Gegen das Betreiberpaar Moretti wird ermittelt.
  • Laut Brodard müssen die Morettis in der Schweiz keine lange Haftstrafe befürchten.

Knapp ein Vierteljahr nach der Brandkatastrophe plagen die Angehörigen der Opfer noch unzählige Fragen. Inzwischen ermittelt auch Italien gegen die Barbetreiber, Jacques und Jessica Moretti.

In ihrer Bar «Le Constellation» starben in der Silvesternacht 40 Menschen, 115 wurden verletzt. Eine Person starb später im Spital.

sdf
Erst am 3. Januar hatte Laetitia Brodard Gewissheit, dass ihr Sohn Arthur unter den Todesopfern ist. - screenshot Facebook

Laetitia Brodard aus Lutry VD hat bei der Katastrophe ihren 16-jährigen Sohn Arthur verloren.

«Ich danke Italien, dass es gegen die Morettis ermittelt», sagt sie in dem italienischen Sender «Rai1». Über hundert Tage nach dem Drama sei es Zeit dafür.

«Sie sind nicht die einzigen Verantwortlichen, aber sie gehören zu den Verantwortlichen.» Die Angehörigen wollten nur die Wahrheit.

«Versteckt euch nicht»

Im Interview mit dem TV-Sender richtet sich die Mutter an das Betreiberpaar.

«Macht euch keine Sorgen. Wir sind in der Schweiz», sagt sie. «Dort wird es nie eine lange Haftstrafe geben.»

Sie fordert: «Aber versteckt euch nicht. Sagt zumindest die Wahrheit.»

Sind die Haftstrafen in der Schweiz zu kurz?

Am Montag befragte die Walliser Staatsanwaltschaft erstmals Nicolas Féraud, Gemeindepräsident von Crans-Montana. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Mögliche Absprachen befürchtet

Die Befragung brachte nicht mehr Licht ins Dunkel.

«Ich wusste nicht, dass es Probleme bei den Sicherheitskontrollen der Lokale gab, aufgrund von Personalmangel», sagte Nicolas Féraud. «Niemand hat mich vor dem Unglück darüber informiert.»

Zuvor hatten Behördenmitglieder die mangelhaften Brandschutzkontrollen mit fehlenden personellen und finanziellen Ressourcen begründet.

Am Mittwoch hörte die Staatsanwaltschaft Kevin Barras an, den ehemaligen Gemeinderat von Crans-Montana. Dieser war für die öffentliche Sicherheit zuständig. Die Behörden befürchten eine mögliche Absprache zwischen Féraud und Barras.

Insgesamt müssen sich neun Personen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung verantworten.

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