Mutter sitzt in Portugals härtestem Frauenknast
Ein Paar soll seine zwei kleinen Söhne in Portugal ausgesetzt haben. Beide sitzen nun in U-Haft – sie im berüchtigsten Frauengefängnis Portugals.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Paar setzte seine kleinen Kinder mitten in Portugal aus – nun wurde es festgenommen.
- Seit Samstag sitzen die beiden in U-Haft.
- Die Mutter befindet sich im berüchtigtsten Frauengefängnis von Portugal.
Eine 41-jährige Mutter sitzt seit dem Wochenende in Untersuchungshaft. Marine R. soll ihre beiden kleinen Söhne in Portugal ausgesetzt haben. Der Ermittlungsrichter schickte sie ins Gefängnis von Tires.
Eine Haftanstalt mit besonders düsterem Ruf.
Das Gefängnis liegt rund 20 Kilometer westlich von Lissabon und gilt als einer der härtesten Frauenknäste Portugals. Hier sitzen Untersuchungshäftlinge neben verurteilten Straftäterinnen – von Mordfällen bis zu schweren Misshandlungen.
Das Gefängnis von Tires sorgt regelmässig für Schlagzeilen und ist längst auch in True-Crime-Dokumentationen ein wiederkehrender Schauplatz.
In den letzten Jahren reihten sich dort mehrere Vorfälle aneinander: Todesfälle in Zellen, mutmassliche Überdosen, gewaltsame Angriffe auf Wärterinnen. Bei einem Brand in einer Zelle wurden mehrere Personen verletzt.
Allein 2024 meldeten Gewerkschaften mehr als ein Dutzend Attacken auf das Personal. 2025 eskalierte die Lage erneut: Eine Insassin legte Feuer in ihrer Zelle, fünf Wärterinnen wurden verletzt, einige erlitten schwere Rauchvergiftungen.
Kinder mit verbundenen Augen ausgesetzt
Genau in dieser Anstalt beginnt nun das Leben von Marine R. hinter Gittern.
Laut Berichten soll die 41-Jährige ihre Söhne gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ausgesetzt haben. Die beiden Jungen sollen dabei verbundene Augen gehabt haben. Als Versorgung hatten sie lediglich etwas Obst, Kekse und eine Flasche Wasser dabei.
Sie erzählten der Polizei, ihre Mutter und ihr Stiefvater hätten sie mit verbundenen Augen im Wald allein gelassen. Als sie die Augenbinden abgenommen hätten, seien die Eltern weg gewesen, so die Berichte.
Bäcker rettet Kinder
Gerettet wurden die beiden von einem zufällig vorbeikommenden Bäcker nahe Monte Novo do Sul. An einer verlassenen Bushaltestelle entdeckte er die beiden.
«Als ich in ihre Rücksäcke sah, war mir sofort klar, dass sie ausgesetzt worden waren», sagte der Mann. «Dort waren nämlich komplette Wechselkleidung, Kekse, Obst und eine Flasche Wasser.»
Der Mann alarmierte sofort die Polizei.

Zwei Tage nach dem Fund wurden Marine R. und ihr Lebensgefährte festgenommen. Die Polizei griff das Paar aus Paris rund 200 Kilometer entfernt auf.
Die beiden Jungen Zacharie (3) und Barthélémy (5) sind inzwischen bei einer Pflegefamilie in Sicherheit.
Stiefvater verlor bereits früher das Sorgerecht
Die Mutter kommt aus Colmar im Elsass in Frankreich. Der Stiefvater stammt aus einer Stadt nahe der spanischen Grenze. Laut «Bild» arbeitete er früher als Polizist in Südfrankreich – verlor jedoch seinen Job.
Noch einschneidender war jedoch ein anderer Verlust: Dem Mann wurde auch das Sorgerecht für seine leibliche Tochter entzogen.
Ein Gerichtsdokument, das der «Bild» vorliegt, beschreibt eine «erhebliche psychische Belastungssituation im familiären Umfeld». Der Mann sei als mögliche Gefahr für das Kind eingestuft worden.
Hinzu kommt eine frühere Verurteilung aus dem Jahr 2010 wegen Belästigung und Gewalt gegen die Mutter seiner Tochter.


















