Gemeindepräsident will von Problemen nichts gewusst haben
Nach der Brandkatastrophe mit 41 Toten wurde heute Nicolas Féraud befragt. Von Sicherheitsproblemen will der Gemeindepräsident allerdings nichts gewusst haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Montagmorgen wurde Nicolas Féraud, Gemeindepräsident von Crans-Montana, befragt.
- Der 55-Jährige gab an, nichts von den Problemen gewusst zu haben.
- Féraud stellt sich damit gegen frühere Aussagen anderer Behördenmitglieder.
Vor dem Hörsaal der Ingenieurschule in Sitten VS versammelten sich heute erneut zahlreiche Journalisten. Im Rahmen der Ermittlungen der Brandkatastrophe von Crans-Montana wurde heute Gemeindepräsident Nicolas Féraud befragt.
Der 55-Jährige erschien gegen 8.30 Uhr in Begleitung seines Anwalts. Gegen ihn wird – wie gegen weitere Beschuldigte – wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.
Brisant ist vor allem eines: Vom Ausmass der Probleme will Féraud nichts gewusst haben, wie «Rai News» berichtet.
Aussagen stehen im Widerspruch zu anderen Behördenmitgliedern
«Ich wusste nicht, dass es Probleme bei den Sicherheitskontrollen der Lokale gab, aufgrund von Personalmangel», sagte Féraud. «Niemand hat mich vor dem Unglück darüber informiert.»
Und weiter: «Wir waren überzeugt, dass alles einwandfrei funktionierte. Wir waren immer stolz auf unseren Sicherheitsdienst, der auch im Kanton als Vorbild gilt.»
Damit stellt sich der Gemeindepräsident gegen frühere Aussagen aus den eigenen Reihen. Andere Behördenmitglieder hatten ihr Vorgehen zuvor mit fehlenden personellen und finanziellen Ressourcen begründet. Das habe sie daran gehindert, Fristen einzuhalten.
Féraud: «Denke jeden Tag an die Familien»
Gemäss «Rai News» dauerte die Befragung rund zwölf Stunden. Etwa 70 Anwälte der Nebenkläger waren anwesend. Jacques und Jessica Moretti, die Betreiber der Bar «Le Constellation», nahmen hingegen nicht teil.
Auch das Handy des Gemeindepräsidenten wurde inzwischen beschlagnahmt. Am Ende äusserte sich Féraud erneut: «Ich denke jeden Tag an die Familien.» Zugleich berichtete er von Drohungen gegen seine eigene Familie.
Beim Brand in der Silvesternacht kamen 41 Menschen ums Leben, 115 weitere wurden verletzt, teils schwer. Noch immer befinden sich zahlreiche Opfer in Spitalbehandlung.













