Pierre Maudet muss eine Geldstrafe wegen seiner Luxusreise nach Abu Dhabi zahlen. Der Genfer Staatsrat verzichtet auf Berufung.
Pierre Maudet
Die Genfer Stimmbevölkerung wählte Pierre Maudet im April erneut als Staatsrat. (Archivbild) - sda - Keystone/MARTIAL TREZZINI
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Das Wichtigste in Kürze

  • Pierre Maudet wurde wegen Vorteilsannahme rechtskräftig verurteilt.
  • 2015 hatte er eine Luxusreise nach Abu Dhabi auf Kosten der Königsfamilie unternommen.
  • Der Genfer Staatsrat hat keine Berufung gegen die Geldstrafe eingelegt

Das Urteil im Fall Maudet, der den Kanton Genf mehrere Jahre lang in Atem gehalten hat, ist rechtskräftig. Der Genfer Staatsrat hat keine Berufung gegen die Geldstrafe eingelegt, die im vergangenen Monat von der Justiz gegen ihn verhängt worden war. Maudets Anwalt Grégoire Mangeat bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS.

Die Berufungs- und Revisionsstrafkammer hatte den Staatsrat zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu 400 Franken verurteilt. Maudet wurde ausserdem dazu verpflichtet, dem Staat Genf eine Ausgleichsforderung von 50'000 Franken zu zahlen.

Luxusreise nach Abu Dhabi

Er war vom Bundesgericht der Vorteilsannahme im Zusammenhang mit einer Luxusreise nach Abu Dhabi im Jahr 2015 für schuldig befunden worden. Die Kosten waren damals vollständig von der Königsfamilie des Emirats übernommen worden. Maudet war von seiner Familie, seinem damaligen Stabschef sowie von zwei Genfer Geschäftsleuten begleitet worden. Unter anderem stand auch der Besuch eines Formel-1-Rennens auf dem Reiseprogramm.

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Pierre Maudet, der wegen seiner umstrittenen Reise nach Abu Dhabi aus der Genfer Regierung entfernt worden war, hat seinen Platz in der kantonalen Exekutive wieder eingenommen (Archiv). - sda - KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

Der Staatsrat hatte 30 Tage Zeit, um gegen die Strafe Berufung einzulegen. Er tat dies nicht. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

Überraschendes Comeback als Genfer Staatsrat

Die Reise hatte auch politische Folgen für Maudet. Nachdem ihm das Regierungskollegium praktisch sämtliche Dossiers entzogen hatte, trat er zurück, um aber gleichzeitig auch wieder für seine Nachfolge zu kandidieren. Mit dieser Kandidatur für den Staatsrat scheiterte er jedoch zunächst.

Bei den Gesamterneuerungswahlen vom April trat Maudet, der im Zuge der Affäre von der FDP ausgeschlossen worden war, als Spitzenkandidat einer von ihm selber gegründeten neuen Partei an. Mit seiner Wahl in den Genfer Staatsrat schaffte er damit ein überraschendes Comeback.

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