Matterhorn

    Matterhorn: Weniger Gäste in Hörnlihütte - No-Show-Gebühr hilft

    Simon Binz
    Simon Binz

    Oberwallis,

    Die Hörnlihütte am Matterhorn hat die Sommersaison beendet – mit rund 600 Übernachtungen weniger als im Vorjahr. Die No-Show-Gebühr federte den Einbruch ab.

    Hörnlihütte Zermatt
    Die Hörnlihütte auf 3260 Metern über Meer: Nach einer turbulenten Saison mit Steinschlag und Bergführer-Verzicht schloss sie am Wochenende ihre Tore für den Sommerbetrieb. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Hörnlihütte am Matterhorn verzeichnete diesen Sommer rund 600 Übernachtungen weniger.
    • Grund waren Steinschlag und ein sechswöchiger Bergführer-Verzicht auf Matterhorn-Touren.
    • Die No-Show-Gebühr von 50 Franken sicherte trotz Ausfällen zusätzliche Einnahmen.

    Auf 3260 Metern über Meer hat die Hörnlihütte am Wochenende ihre Tore für den regulären Sommerbetrieb geschlossen. 15 Helferinnen und Helfer machten das Haus zuvor winterfest, während das Matterhorn nach einem kurzen Kälteeinbruch kurzzeitig im Neuschnee versunken war.

    Für Hüttenwart Martin Lehner (57), der die Unterkunft zusammen mit seiner Frau Edith in der neunten Saison führt, geht damit eine turbulente Saison zu Ende. Darüber berichtet «pomona.ch».

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    Aussergewöhnliche Hitze im Juni und Juli, auftauender Permafrost und wiederholter Steinschlag im Gipfelbereich prägten demnach den Sommer. Den grössten Einschnitt brachte der 10. Juli: Nach Beinahe-Unfällen und einem verletzten Bergführer rieten die Zermatter Bergführer sechs Wochen lang dringend von Touren auf das Matterhorn ab.

    «Dass die Zermatter Bergführer das Matterhorn in dieser zentralen Phase nicht mehr anboten, hat spürbare Spuren hinterlassen», wird Lehner in dem Bericht zitiert.

    Starker Nachholbedarf im September

    In der zweiten Augusthälfte drehte sich das Bild: Gewitter brachten im oberen Wandbereich Neuschnee, der wegen des tieferen Sonnenstands liegen blieb und eine solide Spur bildete. Gleichzeitig beruhigten sinkende Felstemperaturen den Permafrost.

    Hörnlihütte Zermatt Matterhorn
    Trotz rund 600 Übernachtungen weniger als im Vorjahr: Der Anteil der Wanderer an den Gästen stieg diesen Sommer von 42 auf 52 Prozent. - Keystone

    Die Folge war ein starker Nachholbedarf im September – viele Alpinisten, die ihre Touren im Hochsommer storniert hatten, reisten nun nach. Auch nach der Schliessung bleibt der Notraum zugänglich; solange kein massiver Wintereinbruch folgt, dürfte das Matterhorn laut Lehner weiter bestiegen werden.

    Rund 600 Übernachtungen weniger als im Vorjahr

    Unterm Strich zählte die Hörnlihütte trotzdem rund 600 Übernachtungen weniger als im Vorjahr. Aufgefangen wurde der Einbruch durch eine Verschiebung im Gästesegment: Der Anteil der Wanderer an den Übernachtungsgästen stieg von 42 auf 52 Prozent. Hinzu kam starker Tagestourismus auf der Terrasse.

    Hörnlihütte Zermatt
    Die Hörnlihütte wird seit neun Jahren von Martin Lehner und seiner Frau Edith geführt – für sie war es eine besonders fordernde Saison. - Keystone

    Auch die vor einigen Jahren eingeführte No-Show-Regel zahlte sich aus: Wer einen Schlafplatz buchte, musste 50 Franken anzahlen – blieb der Gast trotz Reservierung fern, ohne rechtzeitig umzubuchen, verfiel der Betrag. «Das hat uns finanziell zusätzlich abgesichert», bilanziert Lehner.

    Viel zu tun im Büro

    Die eigentliche Belastung der Saison lag laut Lehner weniger am Berg als im Büro: Seine Frau Edith habe eine beispiellose Flut an E-Mails, Stornierungen und No-Show-Rückabwicklungen bewältigen müssen, dazu kam grosses Medieninteresse nach den Warnungen und Unfällen.

    Zermatt Matterhorn Hörnlihütte
    Steinschlag, ein verletzter Bergführer und zwei Todesopfer: Am 10. Juli rieten die Zermatter Bergführer für sechs Wochen dringend von Matterhorn-Touren ab. - Keystone

    Eine dauerhafte Verlängerung der Saison in den kühleren Frühherbst sieht Lehner als unrealistisch – vor allem wegen fehlenden Personals nach Semesterbeginn und dem Risiko, bei frühem Schneefall auf hohen Fixkosten sitzenzubleiben.

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    Kommentare

    User #6087 (nicht angemeldet)

    Ich war schon 5x auf dem Matterhorn. Finde es nicht speziell anstrengend

    User #5415 (nicht angemeldet)

    Absolute Heuchler und nich ehrlich. Unter „No-Shows“ verstehe ich etwas ganz anderes. Ich musste 100 Franken anzahlen, nich 50 und habe mich rund zwei Wochen vorher völlig korrekt abgemeldet – und zwar, weil Bergführer-Chef Lenher davon abgeraten hat, auf das Matterhorn zu steigen. ​Trotzdem habe ich von meinen 100 Franken Anzahlung keinen einzigen Franken zurückerhalten, obwohl ich mich rechtzeitig und ordnungsgemäss storniert habe. Das haröt nichts mit „No-Shows“ zu tun – das ist eine unglaublich heuchlerische Aussage. Die Hörnlihütte bereichert sich hier schlicht an ehrlichen Gästen.

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