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    Moretti lässt Termin platzen – Mutter von Brandopfer wütend

    Bettina Zanni
    Bettina Zanni

    Sion,

    Ein Gutachten befreit Jessica Moretti von der kommenden Einvernahme im Fall Crans-Montana. «Schluss mit Rechtfertigungen», fordert die Mutter eines Brandopfers.

    Moretti
    Einem psychologischen Gutachten zufolge befindet sich Jessica Moretti in einem «besonders ausgeprägten Zustand psychischer Labilität». - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wegen einer Belastungsstörung kann Barbetreiberin Jessica Moretti aktuell nicht befragt werden.
    • Für die Brandopfer und deren Eltern ist der abgesagte Termin ein Schlag ins Gesicht.
    • Die Mutter des italienischen Opfers Kean findet deutliche Worte.

    Die Ermittlungen rund um die Brandkatastrophe von Crans-Montana VS geraten ins Stocken.

    Kommenden Montag sollte in Sion die Befragung des Barbetreiber-Paars Jessica und Jacques Moretti stattfinden. Jessica Moretti lässt den Termin bei der Walliser Staatsanwaltschaft jedoch platzen.

    Einem psychologischen Gutachten zufolge befindet sie sich in einem «besonders ausgeprägten Zustand psychischer Labilität». Laut der Expertin leidet die ehemalige Besitzerin der Bar «Le Constellation» an einer akuten posttraumatischen Belastungsstörung. Dazu kommen die Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen ihren Ehemann.

    Für die Brandopfer und deren Eltern ist der abgesagte Termin ein Schlag ins Gesicht.

    «Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen»

    Leonardo und Jim K., die Mutter von Kean, haben das psychologische Gutachten Morettis auf Instagram gepostet. «Keine Gegenüberstellung zwischen Jessica und Jacques Moretti zur Tragödie von Crans», steht darin. Laut einem Gutachten sei Jessica «schwach nach der Attacke von Jacques, sie kann ihn nicht wiedersehen».

    Wird die Gerechtigkeit im Fall Crans-Montana siegen?

    Jim K. stellt klare Forderungen.

    «Schluss mit Rechtfertigungen. Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen und Antworten zu geben», schreibt sie in einem Post.

    Sie schuldeten dies «unseren Kindern. Denjenigen, die nicht mehr da sind, und denjenigen, die weiterhin jeden Tag leiden.»

    Könnten sich Zerbrechlichkeit nicht leisten

    Keans Mutter hat zu ihrer Forderung einen berührenden Text gepostet.

    Es gebe Leute, die von der eigenen Zerbrechlichkeit sprächen, steht darin. «Und Leute, die sich nicht einmal den Luxus leisten können, zerbrechlich zu sein.»

    Moretti
    Leonardo und Jim K., die Mutter von Kean, haben das psychologische Gutachten Morettis auf Instagram gepostet. - Screenshot / Instagram

    Es gebe Leute, die Rechtfertigungen fänden und Leute, die jeden Tag aufstehen und die Konsequenzen des Geschehenen tragen müssten. «Trotz des Schmerzes, der Wut und einer unbeschreiblichen Müdigkeit.»

    Weiter steht: «Die Zerbrechlichkeit kenne ich gut. Aber ich kenne auch die Last der Verantwortung.»

    Und gewisse Verantwortlichkeiten könnten nicht beiseitegelegt werden. «Vor allem, wenn es Kinder gibt, die weiterhin leiden.»

    Schwere Verbrennungen

    Die beiden Italiener Kean und Leonardo lagen monatelang im Spital. Der 16-Jährige Leonardo erlitt in der Silvesternacht Verbrennungen an 50 Prozent seines Körpers. Vor der Brandkatastrophe war er in einem Mailänder Verein Stürmer und träumte von einer Fussballkarriere.

    Der 17-jährige Kean hat tiefe Verbrennungen dritten Grades am ganzen Körper. Am härtesten seien jedoch die Tage unmittelbar nach der Katastrophe gewesen, erinnerte sich seine Mutter im Frühling.

    «Ich kann nicht vergessen, dass ich meinen Sohn nach dem Brand erst nach drei Tagen gefunden habe», sagte sie. «Er war im Spital in Zürich. Tage, in denen ich verzweifelt war und dachte, er sei tot.»

    «Verrückt und beschämend»

    User teilen die Empörung über Jessica Morettis geplatzten Justiztermin. Es sei verrückt und beschämend, schreibt eine Userin in den Kommentaren.

    Eine der Hauptverantwortlichen der Katastrophe habe es geschafft, sich mit angeblich emotionaler Verletzlichkeit aus der Verantwortung zu ziehen. «Mir fehlen die Worte.»

    Die User unterstützen die Mutter und ermutigen sie, für Gerechtigkeit zu kämpfen. «Ich hoffe weiterhin, dass die Gerechtigkeit siegt. Es kann und darf keine Ausreden geben, die Kinder verdienen es!», schreibt eine Userin.

    Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Beschuldigten für Einvernahmen entschuldigen lassen. Jacques Moretti liess sich im Frühling für mehrere Einvernahmen wegen Depressionen dispensieren.

    Einen Tag nach der verpassten Anhörung erwischte ihn ein italienisches Reporter-Team bei Dacharbeiten an seinem Restaurant «Le Vieux Chalet».

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    Kommentare

    User #6332 (nicht angemeldet)

    ...Aggression und Feigheit gehen oft Hand in Hand...!!

    User #6433 (nicht angemeldet)

    Es kann und darf nicht sein dass Angeklagte den Takt der Gerichtsbarkeit angeben, hier gibt es dringenden Bedarf zu einer Gesetzesrevision!

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