Touristen staunen über nacktes Matterhorn Ende September
Das Matterhorn ist Ende September ungewöhnlich nackt. Wärme, Trockenheit und wenig Schneefall sind die Gründe, dass sich der Berg nicht in Weiss präsentiert.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Matterhorn ist Ende September ungewöhnlich schneefrei – braun und kahl.
- Wegen dem Klimawandel werden heisse, trockene Sommer und hohe Nullgradgrenzen häufiger.
- Es fiel wenig Niederschlag – meistens Regen, kaum Schnee. Und wenn, dann schmolz er gleich wieder.
Ein Bild kursiert derzeit im Internet. Es zeigt das Matterhorn – eines unserer bekanntesten Wahrzeichen in der Schweiz – ohne Schneedecke.
Braune Felsen und kahle Wände prägen das Bild des 4478 Meter hohen Gipfels in den Walliser Alpen. Die Aufnahme stammt von einer Webcam und zeigt den jetzigen Zustand Ende September.
Ungewohnter Anblick
Normalerweise liegt um diese Jahreszeit Schnee auf dem Berg. Der aktuelle Anblick ist ungewohnt.
Ein Leser von Nau.ch war jetzt im September wandern. Zum ungewöhnlichen Look des Matterhorns sagt er: «Es war super schön. Es war vor allem perfektes Wanderwetter.»
Das Matterhorn hat sich ihm in strahlendem Sonnenschein und ohne Wolkenfahne präsentiert.
Der Wetterdienst Meteo Schweiz sagt auf Anfrage von Nau.ch: «In den vergangenen Wochen war es aussergewöhnlich warm und trocken, auch im Südwallis.» Am Matterhorn sei darum weniger Schnee gefallen als sonst.
Das erklärt, warum der Berg so nackt ist. Der Grund liegt in der Kombination aus wenig Niederschlag und den hohen Temperaturen, erklärt Samuel Weber. Er ist Permafrostforscher beim Institut für Schnee- und Lawinenforschung, kurz SLF.
Langjährige Entwicklung
Weber sagt: «Mit dem Klimawandel werden heisse, trockene Sommer mit hohen Nullgradgrenzen häufiger. Das wirkt sich direkt auf Schnee, Gletscher und Permafrost aus.»
Dieser Sommer sei besonders warm gewesen. Und Niederschlag sei häufig als Regen statt als Schnee gefallen. «Und wenn es doch schneite, schmolz der Schnee bei den hohen Temperaturen rasch wieder.»
Weber ergänzt: «Sobald der erste grössere Schneefall kommt, ist das Matterhorn weiss.» Dieses Jahr habe es davon halt sehr wenig gegeben.
«Die ganzjährige Schnee- und Eisbedeckung am Matterhorn hat in den letzten zehn Jahren stark abgenommen», so Weber. Das aktuelle Webcam-Bild ist also nicht nur ein Herbstphänomen sondern hängt mit einer langjährigen Entwicklung zusammen.
















